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Willkommen zur nächsten bzw. diesjährigen Runde durch unser Sonnensystem!

Das Jahr ist neu, unser Sonnensystem jedoch das alte geblieben. Die Planeten drehen sich weiter um die Sonne, doch zeigen sie sich uns natürlich ständig auf eine andere Art, da das Karussell immer wieder neue Positionen zulässt. Letztes Jahr waren Saturn und Jupiter die Highlights am Himmel (vom Mond ganz zu schweigen) und das werden sie dieses Jahr gewiss wieder sein, aber eben mit verändertem Antlitz, unterschiedlicher Größe, Perspektive oder Position. Auch meine Ansprüche sind natürlich etwas gestiegen und so sollen auch einmal andere Planeten zu ihrem Recht kommen, sofern diese in der Reichweite meines Teleskops liegen.

Ein harter Schnitt lässt sich ohnehin nicht vornehmen: Auch im Januar 2012 ist der Jupiter natürlich weiterhin eines der lohnenswertesten Ziele für Planetenbeobachter. Er geht inzwischen früher auf und erreicht natürlich auch früher seinen höchsten Punkt über dem Horizont. Bereits um 18:30 Uhr steht er in Süddeutschland auf maximal 51° Höhe, für die man im letzten Sommer noch lange aufbleiben musste. Seine erdnächste Stellung hat er freilich längst hinter sich, was sich an geringerer Größe und Helligkeit bemerkbar macht. Im Vergleich zu seiner traumhaften Oppositionsstellung Ende Oktober ist er am Himmel um ein knappes Fünftel geschrumpft, doch dadurch um kein Stück uninteressanter geworden.

Diese Aufnahme ist gestern Abend, am 15.01.12 um etwa 19:00 Uhr entstanden:

venus15.01.12.jpgvenus15.01.12.jpg

Wenn auch kleiner, ist Jupiter immer noch ein imposanter Anblick. Das große nördliche Äquatorialband (das mit den beiden dunklen Flecken darüber) macht sich die Tage buchstäblich etwas "dünn", während im südlichend Band wie immer der Große Rote Fleck seinen Durchlauf praktiziert und dabei hinter sich (links) für mächtige Wirbel sorgt. Das große Kepler´sche Karussell dreht sich jedoch unentwegt weiter und schon ist ein Teil von Jupiters Fläche (links) leicht abgedunkelt, da die Perspektive immer ungünstiger wird. Komplett abdunkeln wird er sich keineswegs, doch wird er seinen Aufgang immer mehr vorverlegen, bis er schließlich für uns nicht mehr am Abend- oder Nachthimmel zu sehen sein wird. Der schnellen Erde sei Dank, werden wir ihn am Ende dieses Jahres wieder in voller Pracht erleben dürfen. So langsam gilt es also Abschied zu nehmen vom größten Planeten unseres Sonnensystems. Allerdings nicht für allzu lange.

Als ob es nichts anderes zu sehen gäbe! Ein ganz anderer Planet zeigt sich uns doch derzeit am frühen Abend in westlicher Richtung. Bereits in der Dämmerung ist er am noch bläulichen Himmel auszumachen und wird mit zunehmender Dunkelheit immer heller, bis er schließlich als gleißend Heller Stern für jedermann zu sehen ist. Die Rede ist natürlich von unserem Schwesterplaneten, der Venus. Diese ist nicht nur der uns am nächsten stehende Planet, sondern nach dem Mond auch der hellste Himmelskörper am Nachthimmel (die Sonne verweist sie logischerweise auf Platz 3) überhaupt. Um 17 Uhr kann man sie diese Tage bereits schwach am Westhimmel ausmachen; wer sie um 18 Uhr nicht sehen kann, hat entweder keinen freien Blick oder ist schlicht blind. Lange ist sie am Abendhimmel natürlich nicht zu sehen und steht entsprechend nicht allzu hoch über dem Horizont. Um sie zu fotografieren, musste ich mein Teleskop bereits um 16 Uhr zum Auskühlen nach draußen stellen und mich für die Aufnahme bereithalten. Um 17:30 Uhr konnte ich die extrem helle Venus dann schließlich auf den Chip bannen. Ist die definitiv erste Aufnahme, die ich von unserem Nachbarplaneten gemacht habe - 17:30 Uhr:

jupiter15.01.12F.jpgjupiter15.01.12F.jpg

Nicht unbedingt spektakulär, nicht wahr? Dürfte aber auch äußerst schwer werden, eine spektakuläre Echtfarben-Aufnahme der Venus zu finden, denn an einen Blick auf die Oberfläche ist bei der Venus nicht im Traum zu denken. Nicht einmal auf Strukturen innerhalb der dicken Wolkenschichten ist ohne spezielle Filtergläser zu hoffen. Nein, unser fast gleichgroßer Nachbarplanet ist das Paradebeispiel eines planetaren Super-Treibhauseffektes, der einen Gas-Ozean aus CO2 mit durchschnittlichen 90 Bar Druck auf Oberflächen-Nullhöhe wirken lässt. Die dichte CO2-Atmosphäre verhüllt die gesamte Oberfläche vollständig und lässt nur wenig Sonnenlicht durchdringen. Das meiste Licht wird vielmehr reflektiert und lässt die Venus entsprechend hell erscheinen.

Wer derzeit also um 18 Uhr in den Abendhimmel schaut, kann gleich zwei helle Planeten am Himmel sehen: Jupiter im Süden, Venus im Westen. Ich werde zusehen, dass ich die unterschiedlichen Phasen und Größen unseres Schwesterplaneten noch öfter fotografisch dokumentiere.

Derzeit bewegt sich allerdings schon ein ganz anderer Planet in die willkommene Oppositionsstellung. Welcher, wird noch nicht verraten. Im nächsten Beitrag gibt es darüber mehr.

Ich hoffe, ihr bleibt dabei!

Sternklare Grüße Arrow

KLASSE Ausführung ! DANKE :yes:

Ich bleib dran! 😊

@MasterLuke81: Merci!

Der herrlich klare Himmel geht derzeit mit einer ordentlichen Kältewelle einher, und gerade in den letzten drei Tagen musste ich feststellen, dass nach zwei Stunden Herumstehen (oder Sitzen) im knackigen Frost selbst die dickste Kleidung nicht mehr ausreicht. Bei einem Hobby, das verlangt, dass man sich möglichst wenig bewegt, müssen also schon die Anreize stimmen. Die waren allerdings auch vorhanden, denn schon lange stand der zunehmende Mond nicht mehr so hoch am prächtigen Winterhimmel, was Beobachtung und Fotografie sehr entgegenkommt.

Am 01. und 02.Februar stand unser Trabant schon ab 19:30 Uhr etwa 60° über dem Horizont und ich konnte bei perfekter Himmelstransparenz auf Kraterfang gehen:

mars1.jpgmars1.jpg

alpental.jpgalpental.jpg

copernicus3.jpgcopernicus3.jpg

Weitere Bilder folgen, sowie ich mit der Nachbearbeitung fertig bin. Die Luft(un)ruhe war leider sehr wechselhaft und änderte sich zum Teil mitten in der Aufnahme. Entsprechend schwankt die Schärfe der einzelnen Bilder etwas.

Derzeit sind mit Ausnahme des Merkurs sämtliche Planeten unseres Sonnensystems am Abend- bzw. Nachthimmel zu sehen, wenn auch nicht gleichzeitig. Venus und Jupiter dominieren den frühen Abendhimmel, während Mars die Tage um etwa 20:30 Uhr aufgeht. Saturn steigt erst um 0:00 Uhr über den Horizont und ist noch eher etwas für Frühaufsteher, was sich aber bald auch ändern wird. Mit jedem Tag verfrüht unser äußerer Nachbarplanet Mars seinen Aufgang, doch um ihn in halbwegs ansprechender Höhe über dem Horizont auf´s Korn nehmen zu können, musste ich am 02. bis 1:30 Uhr warten. Im Südosten war er um diese Zeit als heller, rötlicher Punkt leicht auszumachen.

apeninnen2.jpgapeninnen2.jpg

Groß bekomme ich ihn selbst bei f/32 leider nicht auf´s Bild. Seine scheinbare Größe wird bis zu seiner Oppositionsstellung am 03. März noch etwas zunehmen, was mich auf etwas bessere Bilder hoffen lässst. Alternativ bliebe mir wohl nur der Kauf eines größeren Teleskops übrig. 😉 Fortsetzung folgt!

Anbei noch eine Venus in Echtfarben vom 04.02. um 18:00 Uhr. Dieser Planet ist wirklich am freundlichsten, was die Uhrzeit betrifft. Von den abends schnell sinkenden Temperaturen ganz zu schweigen. 😊

venus3.jpgvenus3.jpg

Halte durch mein Freund..die schönen Bilder belohnen deine super Arbeit in der eises Kälte. 😁 Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich auch mal mein Teleskop auspacken. 😊 Es verstaubt weite hin auf meinem Dachboden. :(

Catkiller schrieb:Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich auch mal mein Teleskop auspacken. 😊 Es verstaubt weite hin auf meinem Dachboden. :(

Soweit waren wir doch schon einmal... Liegt es wirklich an der mangelnden Zeit oder doch eher an der Kälte? 😊 Dabei wären das beste Planeten-Bedingungen für deinen kleinen Refraktor - Venus, Jupiter und inzwischen auch Mars zu vernünftigen Uhrzeiten. Saturn, wenn du länger aufbleibst und den Mond noch dazu, obwohl der inzwischen etwas später aufgeht. So ein Gerät lässt man doch nicht auf dem Dachboden verstauben, wenn so viele schöne Objekte zu beobachten sind. Spätestens im Frühling will ich hier den ersten kleinen Beobachtungsbericht von dir lesen! 😁

Das Ding hatte ich mal vor Jahren von meiner Frau zum Geburtstag bekommen. Naja..vielleicht habe ich es eins-zweimal benutzt, dann kamen Umzüge dazwischen und so ist es auf dem Dachboden meines Hauses verschwunden. Ich werde es dem nächst meinen Kindern zu Verfügung stellen. Mal sehen, was die daraus machen.

Du wirst deinen Kindern aber vorher den Umgang erklären müssen. Würde mich nicht wundern, wenn der Pappa dann garnicht mehr vom Okular weg will... 😉

Hier noch ein weiteres Mondgebirge, Montes Caucasus. Liegen etwas "südöstlich" der Mondalpen. (Aufnahme vom 02.02. bei f/20)

montes caucasus02.02.12.jpgmontes caucasus02.02.12.jpg

Heute Abend peile ich noch einmal den Mars an. Drückt mir die Daumen!

Gestern war endlich mal wieder der Mars dran, und zum Glück ist auch die extreme Kälte erst einmal vorbei. Nachdem es wegen Vollbedeckung mit Venus und Jupiter am frühen Abend nichts wurde, hieß es abwarten. Erst um 1 Uhr gab es vollständig klaren Himmel und ich konnte mich auf ausgesprochen gute Luftruhe freuen - der kleine Rote stand sehr scharf und detailliert im Display. In den letzten drei Wochen hat seine scheinbare Größe etwas zugenommen, was mir sehr entgegenkommt:

1:30 Uhr, 5" Mak, f/33

saturn22.02.12.jpgsaturn22.02.12.jpg

Für den ersten Saturn der Saison musste ich nochmal bis um 4:00 Uhr warten, da der Planet die Tage erst um diese Uhrzeit seine höchste Stellung von relativ bescheidenen 31° über dem Horizont erreicht. Trotzdem bietet Saturn dieses Jahr einen besonders schönen Anblick, da wir von ein Grad weiter oben auf die Nordhalbkugel blicken und die Ringe nun eine Öffnung von 15° aufweisen:

4:00 Uhr, f/27

Marsneu22.02.12.jpgMarsneu22.02.12.jpg

Schöne Bilder..weiter so. Aber 4:00 Uhr musste nicht arbeiten?

Und dann noch diese Kälte - aber was tut man nicht alles für seine Leidenschaft, eh?

So kalt war es nun wirklich nicht: 2°C über null, das ist fast schon wieder angenehm mild! Vielleicht bin ich die letzten Wochen aber auch etwas abgehärtet... 😉 Warme Kleidung ist natürlich Pflicht!

Ich war mal so frei, und habe MEIN Teleskop vom Dachboden geholt. Und das kam dabei heraus! 😎 Da staunst Du was?

Saturn.jpgSaturn.jpg

Beeindruckend! Bist gleich selbst hoch geflogen? 😁

Das zweite Foto habe ich im Vorbeiflug aus meiner Excalbur geschossen..sehr gelungen nicht war? :lol:

Die Excalibur heißt nicht zufällig Cassini und schreibt nebenbei noch Pfeile und Angaben ins Bild? 😉

Der Monat hat schon einmal gut angefangen. Am 01.03. kletterte der zunehmende Halbmond mehr als 60° über den Horizont und die Temperaturen waren im Plusbereich - so muss es sein! Gerade der Halbmond bietet schöne Kontraste an einigen Gebirgsketten, Kratern und Formationen, von denen ich bereits das letzte Mal ein paar abgelichtet hatte. Dieses Mal herrschten jedoch wesentlich bessere Bedingungen, wenn auch mit der Zeit immer mehr Bodennebel aufstieg. Dank der sehr hohen Stellung des Mondes störte dies jedoch so gut wie garnicht. Entsprechend erwartet euch heute eine kleine Galerie mit Mond-Impressionen.

Zwischen 20:15 und 21:00 Uhr entstanden folgende Aufnahmen bei f/20 (~2500mm Brennweite):

ptolemaeus.jpgptolemaeus.jpg
alpenrille2.jpgalpenrille2.jpg
alpenrille.jpgalpenrille.jpg
apenninen.jpgapenninen.jpg
montes caucasus.jpgmontes caucasus.jpg
Archimedes.jpgArchimedes.jpg
Rima Hyginus.jpgRima Hyginus.jpg

Arrow schrieb:Die Excalibur heißt nicht zufällig Cassini und schreibt nebenbei noch Pfeile und Angaben ins Bild? 😉

Die Fotos habe ich natürlich noch nachbearbeitet. 😁

Der Mond ist einfach immer wieder schön.

Was mich allerdings etwas wundert ist dass Arrow noch keine Venusbilder gemacht hat dieses Jahr. Wo sie doch letzte Woche so schön zu sehen war (also wenn mal keine Wolken da waren), ganz in der Nähe des Jupiter.

Gruß Aginor

Aginor schrieb: Was mich allerdings etwas wundert ist dass Arrow noch keine Venusbilder gemacht hat dieses Jahr.

Aber natürlich habe ich die Venus bereits abgelichtet - einfach mal die Vorseite betrachten. Ohne sündteure IR- oder UV-Passfilter sind der Venus leider keine Details bzw. Strukturen in der oberen Atmosphäre zu entlocken. Dass ich sie derzeit etwas links liegenlasse, liegt daran, dass wir zur Zeit Mars-Opposition haben. Der Rote hat natürlich erstmal Vorrang.

Mars vom 07.03. bei f/33 und 140%iger Skalierung:

mars07.03.jpgmars07.03.jpg

Die Nordpolkappe ist inzwischen auf ein Minimum geschrumpft. Auf dem kleinen Roten muss tolles Wetter herrschen. 😉

Huch, das Bild von der Venus hatte ich glatt übersehen!

Aber ich muss echt sagen, von Deinen Bildern bin ich begeistert. Dachte echt dass man solche Bilder nur mit größerem Equipment hinkriegt.

Gruß Aginor

Aber sowas von :yes2: :yes2: :yes2: Tolle Bilder. Also ich hätte bei der Kälte glaub net so lang ausgeharrt :shaking: Ich mag lieber Wärme.

Gruß Peter

Danke für die netten Rückmeldungen! Freut mich, dass die Aufnahmen gefallen. Da ich eben nur ein einziges Teleskop besitze, versuche ich mich daran, alles herauszuholen, was geht. Beim wirklich kleinen Mars komme ich allerdings recht schnell an die Grenze des Machbaren. Höher kann ich mit der Brennweite nicht mehr so ohne weiteres gehen, und trotzdem wird der Mars ohne die Nachskalierung nur sehr klein abgebildet.

Da sich die Mondmotive zum Teil überschneiden, habe ich auch mal ein erstes Mosaik versucht. Ist nicht vollständig und mehr oder weniger zusammengewürfelt, doch erkennt man jetzt erst richtig, in welcher Mondregion ich mich bewegt habe. Ich hätte das besser von Anfang an geplant, aber das mache ich garantiert das nächste Mal.

mosaiktest.jpgmosaiktest.jpg

Die Überschneidungen waren wirklich Zufall. Das Verrückte ist, dass um ein Haar noch zwei weitere Motive drangepasst hätten. Mit etwas Mühe ersetzt so ein Mosaik fast schon einen größeren und wesentlich teureren CCD-Chip. 😉

@ Renegade: In diesem Hobby lernst du schnell, was richtige Kälte ist. Glaube mir, Temperaturen um 0°C fallen nicht darunter. 😊

Hallo!

Das schöne Frühlingswetter die Tage treibt mich wieder ans Teleskop, auch wenn es abends bis auf 3-4°C abkühlt. Planeten stehen derzeit ja so einige am Abend- oder Nachthimmel, doch gerade Mars ist in der Zeit vor Mitternacht das Highlight des Himmels. Nichts gegen die extrem helle Venus oder Jupiter, doch beide stehen am frühen Abend eben sehr tief am Himmel, während Mars seinen höchsten Punkt mit 51° Höhe um etwa 22:00 Uhr erreicht.

Gestern Abend um 22:15 Uhr gelang mir folgende Aufnahme:

mars2130.jpgmars2130.jpg

5" Mak, f/33, 130%

Sehr schön, ich bin immer wieder begeistert was Du an Bildern produzierst.

...allerdings frage ich mich wie Du das durchhältst. Schläfst Du nicht oder so? Ich bin sehr oft viel zu müde (bzw bin es dann am nächsten Tag im Büro) wenn ich mal wieder nachts stundenlang mit dem Teleskop rumhirsche. Daher mache ich es so selten (ok, und wegen dem Mistwetter).

btw: Was war hier die Belichtungszeit mit der CCD-Kamera? Meinst Du man könnte mit nem 6" Newton auf Dobson-Montierung sowas oder sowas ähnliches hinkriegen (man hat halt keine Nachführung, da mache ich mir bissl sorgen).

Gruß Aginor

Merci! Naja, in der Regel übertreibe ich´s unter der Woche nicht. Gestern war um 23 Uhr Schluss. So warm ist es derzeit ja auch nicht gerade.

Belichtet hatte ich 1/40 Sekunde. Mars hat eine recht hohe Flächenhelligkeit und entsprechend ist das locker drin. Theoretisch kannst du auch mit einem Dobson Planetenfotografie betreiben, aber die hohe Brennweite wird das Nachschubsen, um den Planeten auf dem kleinen Chip zu halten, nicht leicht machen. Da wirst du schon viel Übung und eine ruhige Hand brauchen. Bei den über 4m Brennweite, die ich nutze, flitzt der Mars schon ziemlich schnell durchs Bild.

Allerdings könntest du dich mit weniger Brennweite schon einmal an die Sache herantasten und dann höher gehen.

Vor lauter Saga-Release und Forenbetrieb hab ich doch beinahe vergessen, die Mars-Aufnahme vom Abend des 25.03. zu zeigen. Uhrzeit war ca. 23:00 Uhr. Die Aufnahme habe ich nachträglich auf 140% skaliert.

1reg140.jpg1reg140.jpg

Mars zeigt uns Acidalia Planitia (dunkel, links im Bild) sowie Arabia Terra (hell, rechts).

Hallo, Freunde der Nacht!

Eine ganze Weile ist seit meinem letzten Eintrag hier vergangen. Weniger Zeit für das Nächte aufzehrende Hobby sowie vor allem ungünstige Wetterbedingungen waren der Grund dafür. Ich werde allerdings auch den Eindruck so langsam nicht los, dass es die nächtlichen Sichtbedingungen seit meinen vergangenen Mars-Aufnahmen im März nicht mehr gut mit mir meinen. Sicherlich sind April und Mai auch nicht unbedingt für ihre stabile Wetterlage bekannt - die extrem schwülen Bedingungen der letzten Tage und die damit einhergehenden Gewitter in Süddeutschland sind das beste Beispiel dafür. Aber auch bei klarem Himmel macht die extreme Luftunruhe (Seeing) astronomische Aufnahmen unserer Planeten oder unseres Trabanten äußerst schwierig. In den letzten sechs Wochen habe ich bestimmt 40 Gigagytes an aufgenommenen Rohdaten am Ende frustriert im Papierkorb versenkt, da sich daraus einfach kein scharfes Ergebnis gewinnen ließ! So ist mir auch während der diesjährigen Saturn-Opposition zu meinem großen Bedauern keine brauchbare Aufnahme gelungen - dafür konnte ich allerdings viele schöne Stunden der reinen Beobachtung des Ringplaneten verbuchen, die sich aber natürlich nur mit Anwesenden teilen lassen. Wo es für eine fotografische Aufnahme nicht an Luftruhe reicht, ist visuell am Planeten nämlich häufig eine ganze Menge zu erleben, solange man es mit der Vergrößerung nicht übertreibt.

Fotografisch ist der Ringplanet Saturn aufgrund seiner eher geringen Helligkeit im Gegensatz zu wahren "Lichtriesen" wie Venus, Jupiter oder Mars kein leichtes Motiv. Lange Belichtungszeiten und eine entsprechend geringe Anzahl von Bildern pro Sekunde sind die Folge. Bei bescheidenen 10 Bildern pro Sekunde lässt sich die ständig herrschende Luftunruhe natürlich nicht gut "einfrieren", sodass man mit einer hohen Anzahl von unscharfen Bildern in die Verarbeitungsphase geht. Ist die Luft dann noch relativ unruhig, sind unscharfe Ergebnisse praktisch programmiert. So auch heute bzw. gestern Abend um etwa 23:30 Uhr:

saturn5.jpgsaturn5.jpg

Relativ unscharf und entsprechend nur mit einer zu erahnenden Cassini-Teilung kommt Saturn aus der Nachbearbeitung heraus. Vor zwei Jahren hätte ich ein solches Ergebnis noch bejubelt, vor einem Jahr allerdings entweder sofort gelöscht oder allenfalls kommentarlos ins Backup geschoben; die Tage ist es jedoch das beste, was ich dem Himmel erstrotzen kann. Das Seeing erweist sich einmal wieder als gnadenloser Nivellierer aller persönlichen Qualitätsansprüche. Sich darüber aufzuregen hat logischerweise keinen Sinn, denn genauso gut könnte man auf ein Gewitter böse sein... Es bleibt einem am Ende nur das Warten auf bessere Sommernächte mit passender Luftruhe. Zumindest hat die elende Kälte endgültig ein Ende!

Arrow schrieb:Bei bescheidenen 10 Bildern pro Sekunde lässt sich die ständig herrschende Luftunruhe natürlich nicht gut "einfrieren", sodass man mit einer hohen Anzahl von unscharfen Bildern in die Verarbeitungsphase geht.

Wie ist das zu verstehen? Machst Du mit einem Programm aus mehreren Bildern ein scharfes? Was kostet übrigens so ein Teleskop, das dürfte ja nicht ganz billig sein nehme ich an?

Luke schrieb: Wie ist das zu verstehen? Machst Du mit einem Programm aus mehreren Bildern ein scharfes? Was kostet übrigens so ein Teleskop, das dürfte ja nicht ganz billig sein nehme ich an?

Richtig, genau genommen aus Tausenden von Einzelbildern. Die möglichst besten Exemplare daraus werden zu einem Summenbild überlagert, das nachbearbeitet wird. Mit dem Wegfall der unscharfen Bilder aus dem Videostrom gleicht man die atmosphärischen Luftbewegungen aus - zumindest versucht man es. Ist die Luftunruhe (Seeing) zu stark, wird die Anzahl der halbwegs scharfen Einzelbilder natürlich geringer. Entsprechend schlecht lässt sich dann das Summenbild nachschärfen. Genau das ist in diesem Frühling leider das Problem.

Ich habe mich noch einmal an der gestrigen Aufnahme versucht und konnte tatsächlich noch etwas mehr herausholen:

saturn6.jpgsaturn6.jpg

Auch wenn die Aufnahme Deiner Meinung nicht perfekt ist - ist sie doch sehr schön - wirkt durch die nebelartige Struktur - eher geheimnisvoll...

@Arrow

Interessant, das ist also ein sehr spezielles Programm? Und diesem Programm gibst Du also eine handverlesene Auswahl an Bildern vor, die das Programm dann zu einem einzigen möglichst scharfen Bild zusammenführt? Also quasi Teile der Bilder mit dem jeweils höchsten Kontrast.

So in etwa. Nur dass die Qualitätsanalyse von der Software übernommen wird und ich nur gewisse Vorgaben machen muss. Danach wird die Auswahl zu einem Summenbild überlagert, in dem die Informationen aller Bilder enthalten ist.

Ohh ja das ist ein guter Unterschied. Ist ja höchst Interessant, ich dachte immer das seinen Single-Shots 😉 Naja wenn man sich halt net auskennt mit der Materie 😉

Arrow schrieb:So in etwa. Nur dass die Qualitätsanalyse von der Software übernommen wird und ich nur gewisse Vorgaben machen muss.

Faszinierend! Ist schon klasse was mit Software alles möglich ist. Wenn man die Entwicklung vom ersten IBM PC bis heute miterlebt hat, dann hat man auch immer wieder AHA- und WOW-Effekte erleben können. 😉

Immer wieder tolle Bilder, bin immer nur am Staunen... 😊 Klasse! :yes2:

@ Ladykiller & MasterLuke: Danke für eure netten Rückmeldungen! Ich bin natürlich nicht so recht zufrieden mit den Ergebnissen, aber ich möchte diesen kleinen Blog nicht ausschließlich auf die Wetterlage oder schicke Aufnahmen ausrichten. Ich zeige eben trotzdem, was bei mir geht oder eben nicht geht. Rein visuell stellt sich die Sache anders da und ist ein echter Genuss! Bei Knipsereien ist man aber den Sichtbedingungen gnadenlos ausgeliefert.

@ Luke & Renegade: Die digitale Fotografie hat besonders die Astrofotografie regelrecht revolutioniert. Früher wurden tatsächlich einzelne Aufnahmen geschossen, was ein reines Glücksspiel war. Heute lässt sich bei der Videofotografie von Planeten (kurze Belichtungszeiten sind Pflicht) mit der vorhandenen Software aus dem aufgenommenen Material viel mehr herausholen - und das ohne extrem teuere Fotohardware. Allerdings hat auch die digitale Astrofotografie inzwischen ihren festen Markt, und den Preisen sind nach oben hin kaum Grenzen gesetzt. Ich bin da eher noch mit einer absoluten Einsteigerausrüstung unterwegs, die ich natürlich an ihre Leistungsgrenzen führen will, so weit, wie es eben geht (Saturn ist als "Funzel" solch ein Kandidat). Billig ist der Kram defintiv nicht, aber welches Hobby, das man halbwegs ernsthaft betreibt, ist das schon?

Arrow schrieb:Die digitale Fotografie hat besonders die Astrofotografie regelrecht revolutioniert.

Ganz allgemein die Fotografie. Früher hat man es sich zweimal überlegt ob man das Foto macht oder nicht. Da bei der digitalen Fotografie Entwicklung wegfällt und das "Speichermedium" fast nichts kostet und sehr oft verwendet werden kann, feuert man heute ganze Serien und schaut dann Zuhause was man davon brauchen kann.

Billig ist der Kram defintiv nicht, aber welches Hobby, das man halbwegs ernsthaft betreibt, ist das schon?

Wohl wahr. Und gerade in der Fotografie kann man ohne Probleme ganze Vermögen investieren. 😉

Dabei ist gerade die Planetenfotografie noch relativ günstig zu betreiben, da neben dem Teleskop eigentlich nur Webcam-Technologie gebraucht wird. Allerdings stammen die besseren üblichen Kameras dort auch alle dem Industrie- oder Medizinbereich und sind auch alles andere als günstig. Sobald längere Belichtungszeiten anfallen, ändern sich die Anforderungen an die Optik, die Teleskop-Montierung sowie an das Foto-Equipment wieder vollständig. Dann werden entsprechende DSLRs oder gleich gekühlte Astrokameras nötig, die preislich wieder ganz wo anders liegen als Kameras, die nur 640x480 Pixel auf ihren Chips auslesen...

Wer hätte gedacht, dass es so schnell geht! Da gibt man den Monat Mai in Punkto Aufnahmen schon regelrecht auf, und dann zeigt sich auf einmal, dass man den Abend nicht vor der Nacht loben soll...

Nicht nur ein herrlich klarer Himmel, sondern auch ein toller Saturn im 8mm-Okular (190x), der mit gleich zwei Monden (Titan, Rhea) so gestochen scharf im Sichtfeld steht, dass die Kamera dann doch ausgepackt und angeschlossen wird. Und tatsächlich: das Livebild auf dem Monitor zeigt den Ringplaneten dieses Mal scharf und vor allem ruhig und stetig. Sollte mir also in diesen bisher total verkorksten Monat etwa doch noch eine brauchbare Aufnahme von Saturn gelingen?

Und tatsächlich:

saturn28.05.jpgsaturn28.05.jpg
23:15 Uhr, 5" MAK, f/27, 1/10 sek.

Das Bild, das dank einem angepassten Weißabgleich auch farblich dem Original wesentlich näher kommt, zeigt die Cassini-Teilung des Rings gleich wesentlich schärfer als noch zuletzt und lässt sogar einen hellen Ring auf der Nordhalbkugel erkennen. Da Saturn nicht unbedingt starke Kontraste zu bieten hat und mein kleines Teleskop auch nur wenige Details der oberen Atmosphäre auflösen kann, freue ich mich umso mehr über alle kleinen Feinheiten, die zu erkennen sind.

Wiederum ein großes Lob für die tolle Aufnahme -

Deutliche Steigerung, ist gut geworden. Und als Cassini-Teilung nennt man die grösste "Lücke" zwischen den sichtbaren Ringen die aber gar keine Lücke ist. Sie enthält schlicht dunkleres Material was im Vergleich zum sichtbaren Material der anderen Ringe so wirkt, als wäre da wirklich eine Lücke. Gerade eben nachgelesen.

Und schon wieder was gelernt... Danke. 😊

Einer der innersten Ringe (C-Ring) ist auf der linken Seite sogar ganz schwach zu erkennen. Wirkt eher wie ein hellgrauer Schleier. Habe die Aufnahme noch einmal etwas aufgehellt. Mein neuer Monitor ist mit seinem LED-Backlight extrem hell und war auch noch auf maximale Helligkeit eingestellt.

saturn27.05_2.jpgsaturn27.05_2.jpg

Hoffe, dass euch die Aufnahme gefällt. Danke für die netten Kommentare! 😊

Wow absolut spitze Aufnahme :jaw:

Jetzt haste dir aber echt ne kühle Blonde verdient und das Ehrenabzeichen der Space Cowboys für gute Raumaufklärung obendrauf !!!

Renegade0147 schrieb:Wow absolut spitze Aufnahme :jaw:

Jetzt haste dir aber echt ne kühle Blonde verdient und das Ehrenabzeichen der Space Cowboys für gute Raumaufklärung obendrauf !!!

Ne kühle Blonde? Ginge auch ne heiße Brünette? :lol: Danke dir. Den Orden für "Raumaufklärung" nehme ich doch gerne an!

Arrow schrieb:Ne kühle Blonde? Ginge auch ne heiße Brünette? :lol:

Hmm, einer meiner Freunde sagte mal: "Wenn Du die Wahl zwischen zwei guten Dingen hast, nimm beides." 😁

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Während eine neue Saturn-Aufnahme in diesem Augenblick vom Teleskop über die Kamera ihren Weg auf meine Netbook-SSD findet, zeige ich derweil noch einmal eine komplette Neubearbeitung des alten Saturn. Richtig zufrieden war ich damit nämlich nicht, da der Planet durch das ungünstig vorgenommene Aufhellen doch ziemlich flach und langweilig wirkte.

Da musste ich noch einmal ran und vor allem das Histogramm etwas sorgfältiger anpassen. Generell habe ich allerdings sämtliche Bearbeitungsschritte noch einmal komplett neu durchgeführt. Ich schiebe es einfach mal auf den neuen Monitor und die üblichen Startschwierigkeiten mit neuer Hardware. 😊

Seht einfach selbst. Meinungen sind natürlich sehr willkommen!

saturnneustack.jpgsaturnneustack.jpg

PS Der Mond ist heute auch mal wieder zu seinem Recht gekommen. Die Aufnahmen brauchen allerdings noch etwas...

Plastischer auf jeden Fall. Wobei ich aber sagen muss, dass mir diese Variante im direkten Vergleich besser gefällt, sie wirkt auf mich natürlicher. Zwar weniger hell, aber schärfer.

Arrow schrieb:Ich schiebe es einfach mal auf den neuen Monitor und die üblichen Startschwierigkeiten mit neuer Hardware

So gehts mir auch bei einem Monitorwechsel. Bis da wieder alles so eingestellt ist, wie es sein muss...

Luke schrieb:Plastischer auf jeden Fall. Wobei ich aber sagen muss, dass mir diese Variante im direkten Vergleich besser gefällt, sie wirkt auf mich natürlicher. Zwar weniger hell, aber schärfer.

Das wundert mich aber, denn die erste Variante ist wesentlich schwächer geschärft worden als die aktuelle. Generell habe ich es aber ein wenig mit der Helligkeit übertrieben, und mir ist nun auch völlig klar, wie das passieren konnte. Gestern Abend bei der Nachbearbeitung im dunkleren Zimmer habe ich mit nur 50% Helligkeit des Monitors gearbeitet, da ich das helle LED-Backlight meinen Auge zuliebe abends etwas herunterregeln muss. Vor einer Bildbearbeitung war das natürlich eine Eselei! Der Monitor bleibt jetzt erst einmal konstant auf annehmbaren 70% Helligkeit stehen. Bei neuen Aufnahmen werde ich besser auf diese Geschichte achten. Wenn man die vergangenen sieben Jahre Zeit hatte, sich an einen Bildschirm zu gewöhnen, denkt man beim neuen Gerät erst mal nicht daran. 😊

Gestern Abend ist mir auch eine weitere Aufnahme unseres schönen Ringplaneten gelungen. Ich mache gerade die letzten "Striche" daran und poste sie, sobald ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

Arrow schrieb:Das wundert mich aber, denn die erste Variante ist wesentlich schwächer geschärft worden als die aktuelle.

Ok, aber nach meinem optischen Empfinden "scheint" mir das vorherige Bild trotzdem schärfer zu sein. Das mag jetzt natürlich völlig subjektiv sein.

Der Monitor bleibt jetzt erst einmal konstant auf annehmbaren 70% Helligkeit stehen. Bei neuen Aufnahmen werde ich besser auf diese Geschichte achten. Wenn man die vergangenen sieben Jahre Zeit hatte, sich an einen Bildschirm zu gewöhnen, denkt man beim neuen Gerät erst mal nicht daran. 😊

Ja, typisches Problem beim Monitorwechsel. Ich hatte das Anfangs nach dem Monitortausch auch schon, das bei der Programmierung einer GUI Zuhause, Farben und Helligkeit überhaupt nicht gestimmt haben, wie sich beim Test in der Firma am nächsten Tag herausstellte. Bis ich dann den Monitor mal richtig eingestellt hatte.

Richtig, der nächste Punkt betrifft dann schon die Farben. Kalibriert habe ich ihn auch noch nicht. Allerdings kann die Helligkeit auch ziemlich die Farbdarstellung bzw. die Farbintensität beeinflussen. Grundsätzlich ist es aber ein Fehler, Astrobilder noch am selben Abend/in derselben Nacht nachzubearbeiten. Quick & Dirty, um mal die Qualität des Rohmaterials zu verifizieren, ist ja kein Problem, aber in Stein sollte man da besser noch nichts meißeln. Am nächsten Tag kann einen das, was man 12 Stunden zuvor noch toll fand, plötzlich nicht mehr so recht beeindrucken. Dann heißt´s: "Datei laden" und noch einmal frisch ans Werk.

So, hier nun die Saturn-Aufnahme vom Abend (23:20 Uhr) des 29.05.:

saturn3.jpgsaturn3.jpg

Ich habe noch einmal an der Farbintensität und der Helligkeit gefeilt. Jetzt müsste nur noch die Luft etwas ruhiger sein, dann wäre sicher noch etwas mehr Detailzeichnung und Schärfe drin.

Super - die Farben kommen toll raus! :yes2:

Danke! Ist schon eine ziemliche Funzel. Jupiter oder Mars sind dagegen vergleichsweise leichte Objekte. Von der Venus ganz zu schweigen... 😉

Das regnerische und windige Wetter die Tage wirft einen echt auf die letzten Aufnahmeserien zurück. Eine letzte und nunmehr definitive Version des Saturn vom 29.05. möchte ich hiermit zeigen.

saturn4.jpgsaturn4.jpg

Bei gleichbleibenden Details auf dem Planeten konnte ich an den Ringen sowie ihrer Teilung noch etwas bessere Schärfe herausholen. Die Ringteilung lässt sich auf diesem Bild noch weiter umläufig verfolgen und ist einfach eine Ecke "knackiger" sowie deutlicher. Der schwache innere C-Ring ist gerade links weiterhin auszumachen, worauf ich wirklich achten musste. Ein klein wenig zu viel Schärfe oder Kontrast und er ist verschwunden. Derweil nimmt Saturns scheinbare Größe (und Helligkeit) am Himmel weiterhin ab, während er gleichzeitig immer früher aufgeht. Da es derzeit ja recht spät erst richtig dunkel wird, wird er bald nur noch am hellen Taghimmel stehen und damit als Abend- und Nachtobjekt ausfallen. Dieses Schicksal teilt Saturn letztlich mit allen äußeren Planeten. Wer weiß, ob ich ihn davor noch einmal bei guten Sichtverhältnissen vor die Linse bekomme. Bis Jupiter wieder am Abendhimmel steht, dauert es noch eine ganze Weile. Ich bleibe jedenfalls dran!

Wieder super! Weiter so - ich drücke die Daumen für die nächsten Aufnahmen!

Ladykiller schrieb:Wieder super! Weiter so - ich drücke die Daumen für die nächsten Aufnahmen!

Danke dir! Kein Sorge, das war auch wirklich die letzte Variante. Mal sehen, wann ich wieder neue Aufnahmen machen kann. Hängt nur vom Wetter ab, das zur Zeit eher an einen klassischen April erinnert. 😉

Ja das mit dem April kannste laut sagen. Nur halt ein etwas wärmerer 😉

Ursprünglich wollte ich heute ne Radtour machen, wäre da aber sicher 2x naß geworden, also hab ichs sein lassen. :no:

Renegade0147 schrieb:Ja das mit dem April kannste laut sagen. Nur halt ein etwas wärmerer 😉

Es sind ja leider nicht nur die regelmäßigen Regenfälle, sondern auch die extrem unruhigen Luftschichten, die bei klarem Himmel stören. Zumindest das Regenwetter soll jetzt ja erst einmal vorbei sein. Da bin ich mal echt gespannt...

So langsam kann es wieder losgehen. Saturn und Mars sind am Abendhimmel zwar nur noch für kurze Zeit zu sehen und scheiden als Beobachtungsobjekte in den Sommermonaten (lange Zeit hell) erst mal aus. Dafür zeigt sich in den frühen Morgenstunden endlich wieder Jupiter, der um etwa 1:00 Uhr über den Horizont klettert. Etwa anderthalb Stunden später taucht auch die helle Venus als Morgenstern wieder auf und verweist den Jupiter in Punkto Helligkeit auf den dritten Platz - nur der Mond ist noch heller. Es ist sicher noch etwas zu früh, die Jupitersaison 2012 auszurufen, denn noch beträgt seine scheinbare Größe am Himmel nur drei Viertel des Maximums, das er im Herbst erreicht. Trotzdem war mein Wecker gestellt und heute Morgen um halb fünf richtete ich das Teleskop gen Osten. Um etwa 5:10 Uhr landete folgende Aufnahme auf meiner Festplatte:

jupiter1.jpgjupiter1.jpg

Die Bedingungen waren nicht gerade berauschend. Dünne Wolkenschleier in großer Höhe trübten die Transparenz und auch die Luftruhe war in der Morgendämmerung miserabel. Letztes Jahr war es beim ersten "Vorsaisons-Jupiter" allerdings ganz ähnlich. Einmal muss man eben (wieder) anfangen. Schnell erkennt man, dass sich in den Wolkenbändern des Gasplaneten im Vergleich zum letzten Jahr einiges verändert hat. Das Nördliche Äquatorialband ist derzeit besonders mächtig, während es letztes Jahr noch extrem dünn war. Derzeit sieht man auch deutlich dessen Teilung. Im Gegensatz dazu ist das südliche Band etwas schmaler geworden. Es wird spannend sein, das weiter zu verfolgen. Jupiter ist nunmal immer im Wandel. Weitere Aufnahmen kommen garantiert, wobei ich besser noch einen Monat abwarte, bis der Planet größer und heller ist.

Weiterhin muss man für Jupiter leider sehr früh aufstehen, um ihn vor Sonnenaufgang zu erwischen. Dafür steht er nun wieder ein Stückchen höher über dem Horizont, und auch seine scheinbare Größe hat wieder etwas zugenommen. Folgende Aufnahme gelang mir am 19.08. um etwa 5:15 Uhr:

jupiter6.jpgjupiter6.jpg

Leider war die Luftruhe äußerst bescheiden - der Planet flimmerte nur so um Livebild vor sich hin und ließ sich nur mit viel Geduld und Mühe scharfstellen. Dennoch ist das Ergebnis bereits besser als das letzte. Schon jetzt erkennt man, dass der Große Rote Fleck einen kleineren Begleiter erhalten hat, der die letzten zwei Jahre wohl verdeckt gewesen war. Ich warte weiterhin auf ruhigere Luft... 😊

Hiermit erkläre ich meine diesjährige Jupitersaison offiziell für eröffnet! Inzwischen geht Jupiter etwa um 21:15 Uhr in Ost-Nordost auf und bietet sich bereits - wenn auch mit gewissen Einschränkungen durch die geringe Höhe über Horizont - in der ersten Nachthälfte zum Beobachten an. Seine aktuelle scheinbare Größe beträgt satte 44 Bogensekunden, was sich natürlich auch stark auf seine Helligkeit auswirkt. Zum Vergleich: die letzte Aufnahme (s.o.) zeigte den Planeten noch mit knapp 38 Bogensekunden scheinbarer Größe. Seine erdnächste Oppositionsstellung erreicht Jupiter zwar erst Ende dieses Monats, doch schon jetzt ist er in der zweiten Nachthälfte ein lohnendes Ziel für Planetenfotografie. Dass mit dem Oktober gleich auch die nächtliche Kälte wiederkehrt, habe ich heute Morgen um 3:45 Uhr zu spüren bekommen. Eine dicke Winterjacke ist praktisch Pflicht, wenn man beim minutenlangen, stillen Herumstehen bei knapp 5°C nicht schlottern will, was sich ganz schnell mal aufs Teleskop übertragen kann. Dafür wurde ich mit einer angenehmen Luftruhe bei völliger Windstille belohnt und konnte Jupiter bei sehr guten 56° (Höhe über Horizont, nicht angenehmere Fahrenheit^^) aufnehmen.

jupiter9.jpgjupiter9.jpg

Die beiden inneren Monde Io und Europa (v.l.n.r.) sind glücklicherweise auch noch auf dem Chip gelandet. Im nördlichen Äquatorialband ist dieses Jahr eine Menge los. Im Vergleich zum letzten Jahr scheint es beinahe, als hätte Jupiter die beiden Hauptwolkenbänder einfach "ausgetauscht". Das südliche Band ist dieses Jahr nicht nur dünner, dunkler und homogener, sondern sieht fast genauso aus wie das nördliche Band letztes Jahr. Dafür ist das Nordband regelrecht in die Breite gewachsen und sogar zweigeteilt. Die meisten Details findet man also dieses Jahr dort. Dieser gewaltige Abwechslungsreichtun lässt Jupiter als Objekt niemals langweilig werden. Den berühmten Großen Roten Fleck habe ich dieses Mal leider nicht erwischt, denn dafür hätte ich mindestens noch eine Stunde warten müssen. Das nächste Mal vielleicht... Die Aufnahme wurde mit derselben Brennweite wie beim letzten Jupiter erstellt und ist nicht nachträglich vergrößert worden. Der Größenunterschied spricht für sich, denke ich. Das wird noch spannend - möge das Wetter mitspielen!

Tja, Freunde der Nacht, so schnell kann´s gehen. Kaum hatte ich im Oktober ´12 enthusiastisch die Jupiter-Saison für eröffnet erklärt, war sie für mich praktisch auch schon vorbei gewesen. Spätestens ab Ende Oktober bestand der Nachthimmel nur noch aus ständigem Hochnebel mit anschließender Vollbedeckung. Daran hat sich die letzten Monate so gut wie nichts geändert, sodass ich zu keiner weiteren Aufnahme, geschweige denn zu einer ordentlichen Beobachtung kam. Die schöne Zeit der Jupiter-Opposition zog damit über den Wolken an mir vorbei. Ein riesiges Ärgerniss, das man fast schon mit einer unfreiwilligen Hobbyaufgabe vergleichen kann. Das muss man sich auch nicht mehr wundern, dass der Astro-Gebrauchtmarkt (gerade derzeit) an Angeboten überquillt, denn bei diesem Hobby schmeißen viele entnervt das Handtuch, und so landet so manche teuer eingekaufte Ausrüstung in den Angebotsforen oder in der Bucht - saftiger Wertverlust inklusive...

Das soll mir natürlich nicht passieren. So langsam werden die Bedingungen allmählich wieder etwas besser, nur die sehr niedrigen Temperaturen sowie der viele Schnee auf der Terrasse hinderten mich die Tage daran, einen letzten Blick auf den Jupiter zu nehmen. Die besten Tage und Wochen zur Jupiter-Beobachtung sind leider längst verstrichen, aber vielleicht bekomme ich ihn doch noch mal auf den Chip. Im Frühjahr dürfte auch der Saturn langsam wieder ein lohnendes Ziel werden.

Derzeit plane ich sogar, eine neue Astrokamera anzuschaffen, denn den Saturn möchte ich mir fotografisch nicht entgehen lassen. Die Aufnahme dieser regelrechten Funzel gestaltete sich immer sehr schwierig, sodass der Wechsel auf eine empfindlichere Kamera unausweichlich wird. Sprich, es wird selbstverständlich eine Fortsetzung des Astro-Blogs geben. Noch weiß ich allerdings nicht wann, da ich das Thema in den letzten beiden Jahren stets mit einer eigenen Aufnahme eingeleitet hatte. Möge dieses Jahr besser werden, denn das letzte ging in dieser Hinsicht ziemlich erbärmlich aus! Bis dann!

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