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Erstens: Danke an die Macher und ihre Unterstützer für dieses großartige Spiel, gut dass man endlich mal wieder den Joystick nutzen kann.

Zwotens die Frage, auch mit dem Risiko dass ich dann als Depp dastehe... Im Prolog (vor jedem Einsatz) und vor der ersten Mission der Hauptkampagne gibt es ja die Fiction zu lesen, um die Story voranzutreiben, aber bei mir kommt eben nur vor der ersten Mission eben dieser Fiction- Text, gibt es den bei den nachfolgenden Missionen nicht mehr? Ich bin jetzt schon im Arrow Geschwader, also wunderte ich mich etwas das bis jetzt noch nichts weiter gekommen ist.

Hi und Willkommen im Forum!

Die Storytext-Kapitel wurden für die Hauptkampagne ziemlich stark eingedampft. So viel zu lesen wie noch im Prolog gibt´s da also nicht mehr...

Willkommen an Bord AresXVIII 😊

Bin zwar noch nicht komplett durch, aber ich meine ausser im Prolog vor jeder Mission kommt in der Haupt-Kampagne nur einmal am Anfang der ersten Mission der Fiction Viewer. Ab da wird die "grosse" Story hauptsächlich von Captain Moran vor den jeweiligen Briefings weiter erzählt. Aber da wartest auf jemand der WCS schon durch hat.

Danke, hab mich blos gewundert.

Freue mich trotzdem über jeden, der die Story tatsächlich durchgelesen und später sogar vermisst hat! 😎 Was wurde über die Art der Story-Präsentation nicht schon kübelweise Dreck ausgeschüttet...

Man muss die Mittel nutzen die zur Verfügung stehen, und wenn man nichts lesen will drückt man es halt weiter. Ich hatte mich blos schon auf Auseinandersetzungen mit Greywolf gefreut(der erinnert mich sehr an Maniacs Verhalten, so wie ich es aus Prophecy kenne), oder Unterhaltungen mit anderen Piloten wie Kettle... echt Schade dass es dass nicht gibt, vielleicht reicht jemand mit ganz viel Spass an der Sache sowas noch nach. Ich mochten den Prolog als "Interaktives Buch".

Wie soll denn ein interaktives Buch aussehen? Die deutschen Story-Kapitel werden übrigens noch als PDF nachgereicht.

Na das meinte ich so zum Prolog, da liest man ja doch ein paar Seiten, zwischendurch spielt man, das meinte ich mit interaktivem Buch. Die Ausmalung der Handlung bleibt der Phantasie überlassen, während die Action gespielt wird

So ähnlich war es ja ursprünglich auch für die Hauptkampagne geplant gewesen. Die Texte fielen aus verschiedenen Gründen dann doch der Schere zum Opfer. Für die Lese-Interessierten ist das sicherlich schade - die Mehrheit der anderen hätte die Kapitel vermutlich gleich weggeklickt...

Ist ja leider meistens so, dass das worin man die meiste/ schwerste Arbeit (im Sinne von Kreativität) investiert hat nicht gewürdigt wird. Das Spiel ist trotzdem großartig, auch wenn ich beim regelmäßigen Marschflugkörper/ Torpedo abfangen die Kriese bekomme (die Flügelmänner rühren ja fast nie einen Finger!), WCP/SO, Star Lancher waren da freundlicher, in Freespace (1 und 2) fiel es mir auch irgendwie leichter, warum auch immer- Ich hab auch gemerkt das man die Missiles besser trifft, wenn man sie nicht als Ziel erfasst, mal sehen wie ich mich mit Skipper CMs anstelle.

Ja, die liebe Not mit den Skipper-Raketen... Nutze das Glide-Manöver der Arrow, wenn du sie abfängst. Damit lässt sich auch schön parallel zu den Flugkörpern fliegen.

Habs jetzt durch, großartiges Spiel, glücklicherweise wirds ab dem Moment ab dem man die Excalibur hat wieder einfacher... Die letzten paar Missionen waren wunderbar, man trifft alte Bekannte und und und. Es war auch schön dass jemand daran gedacht hat was die ganzen Hauptcharactere nach dem Krieg machen. Muss jetzt erstmal WCP und WCSO ausgraben, die Excalibur hat Lust auf Vampire und Panther gemacht.....

Der Excalibur steht in den Missionen allerdings auch ein höherer Gegneroutput gegenüber, so wie man auch auf grundsätzlich mehr schwerere Gegner trifft. Anderseits hast du schon Recht, bis auf ein paar Einsätze wird das Spiel gefühlt etwas leichter - auch auf dem recht fordernden Schwierigkeitsgrad "medium". Shelton-Slide (Glide) mit der Excalibur macht richtig Laune, oder? 😁

YARRRR !!!

Renegade0147 schrieb:YARRRR !!!

Das Tolle ist ja, dass man mit der Excalibur dann auch richtig Schaden austeilt, da fast jeder Schuss zum Treffer wird. Wo man mit einer Arrow noch auf die Schilde einer Vaktoth einhämmert, lösen sich hier bereits genüsslich die Stücke von der Panzerung. Eine schönere Methode zum Einsparen von Raketen kann man sich gar nicht wünschen...

Und die übrigen Raketen kann man alle auf einmal dem einen oder anderem Kilrathi- Ass in den Allerwertesten stopfen.... mit den schwieriger zu fliegenden Jägern wie dem Arrow (naja und teilweise auch der Hellcat) hab ich das authentischste "Du bist blos irgendein Pilot und kein Held" Gefühl meines Lebens bekommen (Treffer sind ja Freespacetypisch relativ schwer auszuteilen, aber glücklicherweise nicht so schwer wie bei BtRL, was den KI Kameraden mehr Erfolge ermöglicht), Mit der Thud und dem Longbow wurde es dann einfacher und mit der Excalibur machte ich (so wie ich es eigentlich von Wing Commander gewohnt war) die meisten Kills pro Welle, ich meine 167 kills in einer Mission, da wandern die Mundwinkel schon nach oben. Das einzige was ich kritisieren könnte ist wie gesagt das die fiction zwischen den Einsätzen fehlt, und das man vielleicht öfter Wingleader hätte sein dürfen. Für die ein oder andere Mission hätte ich mir auch eine Schiffsauswahl gewünscht, wie man sie in zwei Wolfpack- Missionen in Prophecy hatte.

Mit WC Saga ist den Machern ein Spiel gelungen für dass es sich lohnen würde den Vollpreis auszugeben, die Stimmung stimmt, einfach alles stimmt, es passt in die Serie und würde eine Kanonisierung bei einer eventuellen Neuauflage der Franchise verdienen- Es ist ein vollwertiges Wing Commander Spiel und nicht nur irgendein Mod für mich, daher nochmal danke an die Verantwortlichen die Jahre ihres Lebens hierfür gearbeitet haben!

Ja Sliden und Driften macht Spass, vor allem wenn man nicht mehr so genau zielen muss!

Mit der Excalibur gehen die Abschüsse in die Höhe, das war schon in WC3 so. Die muss man sich eben erst einmal verdienen... Bei der Kanonisierung bin ich derselben Ansicht, denn der Feldzug von Saga wurde mit wirklich großer Sorgfalt entwickelt und ist an jeder Stelle glaubwürdig. Er fügt sich nicht nur perfekt in das Geschehen um Blair auf der TCS Victory ein, sondern - und das finde ich bemerkenswert - macht die WC3-Kampagne in all ihren Facetten strategisch erst nachvollziehbar. Die Odyssee der Victory wird erst möglich und glaubhaft durch die Ereignisse der Hermes-Kampagne. Da auf den vorhandenen Kanon der Serie peinlich genau Rücksicht genommen wurde (den Unsinn mit den 22 km Länge der Behemoth mal ausgeblendet), würde der Kanonisierung von Saga eigentlich nichts im Weg stehen. Dazu wird es wohl nie kommen, was natürlich schade ist, wenn man sich anschaut, welcher Humbug bereits in den Kanon aufgenommen wurde. Man muss aber auch sagen, dass vieles davon auch von Fanseite aus verbrochen wurde. Die Academy-Serie sowie der ganze verquaste Pilger-Quatsch gehört meines Erachtens einfach nicht dazu... Dennoch integriert man z.B. auf dem CIC diesen Unfug fast schon zwanghaft ins Universum...

Jupp. Ein gutes Beispiel das nicht alles was "Original" ist, gleichzeitig auch das Beste ist. Mir ist es völlig egal wie EA das sieht, oder vielleicht auch Chris Roberts. Für mich gehört WCS bereits untrennbar zur offiziellen Story von Wing Commander und ich möchte hinzufügen, das ich mit zunehmendem Alter immer kritischer und wählerischer werde. 😉 "WCS wird es mit mir nicht leicht haben, erst mal sehen wie gut das Feeling rüberkommt". Das dachte ich noch am Anfang. Dann hab ich den alten Prolog gespielt und spätestens bei TDD haben sich meine Bedenken und Misstrauen komplett in Rauch aufgelöst bzw. diese wurden mal eben so direkt in Begeisterung konvertiert. 😁

Ja die Größe der Behemoth (und mancher Hvar'Kann Variante) waren ziemlich weit hergeholt... Wie manche diese irrationalen Werte jedoch verteidigen, obwohle es bessere Gegenargumente gibt ist schon traurig, ich bin froh das der Fleischklops hier in Saga keinen Einflusss hatte.

Eigentlich ist es Schade, dass in diesem Genre nur noch Fanprojekte etwas Brauchbares produzieren, zum Bleistift hätte BSGO mit einer Freelancersteuerung großartig werden können... aber die Spieler ab meiner eigenen Generation wissen das ganze nicht mehr zu schätzen, Graphik und Action ist wichtiger geworden als Inhalt und Können, dass sieht man ja daran wie lange man für ein heutiges Spiel braucht, und wie lange man für die alten Spiele brauchte.

Ich empfand die FL-Steuerung damals schon als Frevel und das tue ich noch heute, auch wenn sie noch so gut von der Hand ging. War sicher auch dazu gedacht, Spieler der jüngeren Generation zu begeistern, was wohl auch geklappt hat...

Dem schliesse ich mich an von wegen Steuerungs-Frevel. Es ist ja okay beides anzubieten, jeder nach seinem Geschmack. Aber ein WC "Ableger" nur mit Maus steuerbar? Völliges Unding! In meiner alten WC Clique haben sich trotzdem fast alle FL geholt, aber alle haben geflucht wie die Rohrspatzen. Einer hat FL deswegen gleich ganz verweigert. Ich selbst hab genau deswegen FL auch nur ein einziges Mal gespielt, danach habe ich das Interesse daran verloren.

Vor allem habe ich das Gefühl, dass die ganzen Lobeshymnen über die ach so tolle Steuerung damals eine Sache aus den Augen verloren hatten: Die Shooter-Maussteuerung von Freelancer war nie eine wirkliche Alternative zur klassischen Steuerung mit Stick gewesen, sondern lediglich eine Übertünchung der Tatsache, dass sämtliche Kämpfe in Freelancer nur anspruchslose Dauerballereien waren. Mit einer ordentliche Stick-Steuerung wäre der Spuk in der Cockpit-Perspektive vermutlich noch wesentlich schneller aufgeflogen. So passten aber Anspruch und Steuerung praktisch perfekt zusammen, doch alle sprachen nur noch von der wahnsinnig innovativen Maussteuerung des Spiels.

Einer der Haupt Kritikpunkte an FL. Ist ja völlig OK das man neue Spieler (Kunden) dazugewinnen will, aber es ist nicht OK wenn man eine ganze Generation verprellt. Nämlich genau die Generation, der Roberts den Erfolg seiner WC Serie zu verdanken hat. 😡

Für mich war das letzte "echte" Roberts Spiel Starlancer. Danach kamen leider nur noch halbherzige Versuche.

Naja ich fand die Freelancer- Steuerung gar nicht so schlecht (hat ja Spass gemacht, auch wegen der third person, grade beim Titan), beim ersten mal Freespace hab ich wesentlich mehr geflucht.... Bei Starlancher (Die Saga Excalibur lässt grüessen) ist mir insbesondere das Verwenden von Szenen aus dem WC Film, und das Verwenden von Filmodellen in den Zwischensequenzen missfallen. Aber das Freelancer eine Ganze Generation vergrault hat würd ich nicht sagen, es war eher ein letzer Versuch neue Interessenten für ein sterbendes Genre zu finden. Wenn ich mich recht erinnere kam Prophecy 96 raus (habs bei meinem Onkel gespielt), und ich bin neunziger Baujahr, also gehöre ich eher zu den Jüngeren die mit den Spielen des Typs Wing Commander überhaupt noch etwas anfangen können. Als WC I frei zur Verfügung gestellt wurde hab ich es angetestet, ich konnte dem ganzen aber nicht wirklich etwas abgewinnen (Standoff hab ich zwar durchgespielt, es war mir aber dann doch farbmäßig zu bunt). Auch während ich Saga gespielt habe konnte ich die Kilrathi nie wirklich als "hassenswürdigen" Feind sehen (liegt wohl daran dass ich eigentlich blos Prophecy und Secret Ops wirklich mehrfach durch habe) Ich bin da glaube ich mehr auf die Nephilim fixiert und die Unterhaltung Maestro/ Kilrathi ist einfach herrlich, wie soll man Mithekathen nur hassen können... xD Noch besser ist eigentlich dass ich Star Wars erst nach dem spielen von WCP gesehen habe... Luke war für mich immer Commodore Blair...

AresXVIII schrieb:Auch während ich Saga gespielt habe konnte ich die Kilrathi nie wirklich als "hassenswürdigen" Feind sehen (liegt wohl daran dass ich eigentlich blos Prophecy und Secret Ops wirklich mehrfach durch habe) Ich bin da glaube ich mehr auf die Nephilim fixiert und die Unterhaltung Maestro/ Kilrathi ist einfach herrlich, wie soll man Mithekathen nur hassen können...

Wie man die Kilrathis hassen können soll? Oh, das geht ohne Probleme. 😉 Ich sage als ein Beispiel von vielen nur ein einziges Wort: "Angel". Jedem WC Veteran geht dabei sofort das sprichwörtliche Messer in der Tasche auf. In diesem Fall sogar gleich ein ganzes Waffenarsenal angefangen von der Offiziers-Handfeuerwaffe der Marke "Peacemaker" für persönliche Gemetzel zwischendurch und wer es ein bisschen grösser mag, bis hin zur Temblor-Bombe der Marke "Genozid". Wenn Du hauptsächlich nur Prophecy kennst, dann kennst Du nur einen winzigen Bruchteil des WC Universums und der Story. Genauer gesagt fehlt Dir exakt der grösste und wichtigste Teil von WC der das WC Universum überhaupt erst definiert hat. Wenn man alle WC Teile inklusive Zusatzkampagnen zusammennimmt, dann ergibt sich eine wahrlich epische Geschichte. Und wer im Verlauf dieser Geschichte - also WC1-WC3 plus Zusätze - keinen Hass entwickelt, der hat die Story entweder nicht verstanden oder interessiert sich sowieso nur für Abschüsse und Medaillen. Teilweise geht die Story ganz heftig unter die Haut.

Es spielt tatsächlich eine grosse Rolle bei welchem WC Teil man einsteigt. Dementsprechend empfindet man die Story anders. Prophecy war für mich z.B. nur ein "Anhängsel", auch wenn mir Prophecy durchaus gefallen hat und es war teilweise sehr düster. Für mich ist das "echte" Wing Commander aber nur Teil 1 - 4, inklusive WCS das chronologisch zwischen 2 und 3 angesiedelt ist bzw. parallel zu 3. Teil 4 war ebenfalls noch wichtig, weil es u.a. die Nachwirkungen des Krieges zeigte und was alles passieren kann, wenn der gemeinsame "grosse Feind" nicht mehr existiert. Teil 5 war zwar auch ein echtes Wing Commander, hätte aber ohne Probleme der Beginn einer komplett neuen Spieleserie sein können - das war übrigens auch so geplant - welche Teil 1 - 4 nicht unbedingt als Basis benötigt hätte.

Wir wollen es mal nicht übertreiben. Hass ist definitiv der falsche Ausdruck. Kennt man allerdings die Geschichte von Wing Commander 1-3 sowie die Handvoll Romane, die den Kilrathi-Krieg behandeln, dann weiß man schon, wer der Feind ist. Bis auf wenige Ausnahmen (Hobbes, Kirha, Melek) taugen die Katzen im Krieg nicht als Sympathieträger. Sie haben den Krieg gegen die Menschen begonnen und nie vor Zivilisten halt gemacht. Andere Völker sind für sie eigentlich nichts als Beute, was letztlich eine rassistische Ideologie darstellt, nach der sie schon immer gehandelt haben. Vergessen wir auch mal nicht, dass die Kilrathi schon mindestens zwei andere Spezies komplett ausgerottet haben, und den Menschen wäre es um ein Haar ähnlich ergangen. Lies mal "Die Geheimflotte/ End Run" - während dieses Feldzugs sind Milliarden von Menschen gestorben. Diese Kampagne gilt auch mit als moralische Rechtfertigung, Kilrah zu vernichten. Die andere Rechtfertigung ist natürlich die Einsicht gewesen, dass es schließlich keine andere Möglichkeit mehr gegeben hat, die Menschheit zu retten.

In WC4 und Prophecy erscheinen die Kilrathi hingegen eher als handzahme Opfer, die als Unbeteiligte zwischen die Fronten geraten. Als sie noch ein Imperium waren, sah das noch anders aus. Es macht also schon einen gewaltigen Unterschied, mit welchem Teil man einsteigt. Gerade in Prophecy sind die Kilrathi eigentlich nur noch ein Mystik-Hintergrund, auf den die Nephilim ihren Schatten werfen...

Arrow schrieb:Wir wollen es mal nicht übertreiben. Hass ist definitiv der falsche Ausdruck.

Nein, das ist definitiv eine Frage wie weit man in ein Spiel/Film/Buch eintauchen kann. 😉 Wenn man eine glaubwürdige Story und glaubwürdige Charaktere hat, dann fiebert man mit den Charakteren richtig mit. Ein gutes Spiel/Film/Buch vermag es Emotionen zu wecken - oder auch nicht. Das ist natürlich auch immer eine sehr persönliche und höchst individuelle Erfahrung und unmittelbar davon abhängig, ob man sich richtig auf eine Story einlassen kann und will, oder ob man nur der distanzierte Beobachter eines fremden Szenarios ist. Man könnte "Hass" natürlich auch mit "stark motiviert" übersetzen. Aber das ist dann nicht mein höchst persönliches Empfinden. 😉

Nun ja, ich hab mir playthroughs der Serie auf Youtube angesehen, aber Menschen benehmen sich doch seit Jahrhunderten genauso wie die Kilrathi im Spiel (die Geschichte birgt genung Beispiele). Das die Kilrathi nich mit "fairen" Mitteln spielen ist doch klar, erstens sind sie ja Raubtiere wie wir eigentlich auch, zwotens kennen sie keine Genfer oder Haager Konvention (an die sich ja onehin nur einige halten), drittens würde ich bezweifeln das in so einer Situation die Menschheit wie die Konförderation handeln würden. Der Storybogen, den ich aus Standoff kenne, der war die gerechte Belohnung für Dummheit, wie sie in der Geschichte schon oft genug vorgekommen ist (egal wie viele Menschen deswegen draufgehen). Wenn es um Angel geht, na ja.... die war mir nie sympathisch, weder in den Spielen, noch im Film, bei der Auswahl dann doch lieber Flint. Wing Commander 4, nun ja, hat für mich die mit interessanteste Story, weil es Warheit ausspricht; was passiert wenn ein überlegener Feind angreift? (Pazifismus als höheres Ziel in allen Ehren, aber die Geschichte bringt immer genug Gegenbeispiele, der Mensch als Art hat nun mal eine Friedensallergie, warum sollte es bei Ausserirdischen anders sein). Ich verstehe Tolwyns Beweggründe, aber die Methoden sind "falsch", ich verstehe warum Venom der Black Lance beitritt, obwohl es "falsch" ist.

Warum ist es schlimm, das die Kilrathi die Menschen angreifen? Es ist ja immerhin eine logische Entscheidung, sie sind eine Bedrohung für die Katzen, genause wie die Katzen die Menschen bedrohen.

Ich kann mich an keine Stelle erinnern an der die Kilrathi im Krieg nicht "sauber" arbeiten, sie vernichten, aber sie machen es schnell, effizient und zielstrebig (Biowaffe mit 100% Sterblichkeit, Rettungskapseln abschiessen, Bevölkerungszentren einfach terrorformieren) Ziel = bedingungslose Auslöschung.

Die Nephilim wiederum experimentieren (Dula 7, ausgestiegene Piloten in jedem fall einsammeln (warum kann man in prophecy überhaupt aussteigen?)), töten langsam (Biovirus)... Ziel = ?

Nunja, wenn ich es mir aussuchen müsste würde ich lieber vor der Nase eines Kilrathi- Asses aussteigen, anstatt vor der Nase eines Nephilim- Asses.

Die Motive der Kilrathi sind für einen Menschen, der ähnlich denkt wie ich, verständlich (was noch lange nicht heisst das ich das Vorgehen der Katzen Gut heisse), die der Nephilim jedoch nicht. Die Kilrathi bezahlten für ihre Taten (Man reisst ihnen ja das Herz ihrer Gesellschaft heraus!)

Würde ich gegen die Kilrathi kämpfen?- Ja so lange wie sie eine Bedrohung für das Überleben der Menschheit darstellen (sprich bis sie die Menschen als überlegen akzeptieren).

Würde ich gegen die Nephilim kämpfen? Ja, so lange wie sie eine Bedrohung darstellen, also solange sie ein Interesse haben in das menschliche Gebiet einzudringen (Also bis ihr Ziel unerreichbar geworden ist, oder bis sie merken das ein Eindringen sich nicht lohnt).

Die Kilrathi sind aufgrund ihrer Informationen, die für sie Verifiziert (Sivar) sind logisch vorgegangen, "lösche aus oder werde ausgelöscht". Würde man uns vor die Wahl stellen, lösche Religion X oder Nation Y, oder Alien Rasse Z aus, oder werde selbst ausgelöscht, würden wir selbst auch mit dem auslöschen anfangen.

Arrow schrieb: In WC4 und Prophecy erscheinen die Kilrathi hingegen eher als handzahme Opfer, die als Unbeteiligte zwischen die Fronten geraten. Als sie noch ein Imperium waren, sah das noch anders aus. Es macht also schon einen gewaltigen Unterschied, mit welchem Teil man einsteigt. Gerade in Prophecy sind die Kilrathi eigentlich nur noch ein Mystik-Hintergrund, auf den die Nephilim ihren Schatten werfen...
So wie die Menschen in den ersten drei Spielen als Opfer erscheinen.... in der vier zeigen sie mal wieder ihr wahres Gesicht, sie Prügeln sich untereinander wie die Kilrathi Clans.....

Nsja was "Angel" angeht finde ich kommt sie in WC1+2 wesentlich besser rüber wie in WC3. Da wirkt sie irgendwie unreif, wie ein Teenager - in WC1+2 hat sie flair und ist Erwachsen.

Ich denke da nur an die Szenen in der Concordia (WC2).

@AresXVIII

Interessante Punkte die durchaus treffend etliche Fakten der Geschichte und Verhaltensweise der Menschen anspricht. Und ansatzweise schon Richtung Philosophie gehen. Allerdings sollten wir doch ein wenig im richtigen Kontext bleiben, also beim Computerspiel Wing Commander. Aber ich gehe trotzdem auf ein paar Punkte näher ein, ebenfalls mit gewissen philosophischen Abschweifungen, man möge mir verzeihen.

AresXVIII schrieb:Nun ja, ich hab mir playthroughs der Serie auf Youtube angesehen, aber Menschen benehmen sich doch seit Jahrhunderten genauso wie die Kilrathi im Spiel (die Geschichte birgt genung Beispiele).

Im WC Universum haben sie aber tatsächlich dazugelernt. So nebenbei bin ich mir übrigens ziemlich sicher, dass die Menschheit irgendwann diesen Grad der Vernunft tatsächlich erreichen wird. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Weil sie sonst als Rasse nicht überleben wird. Es ist so herrlich einfach: Man kann aus sicherer Entfernung und als "Unbeteiligter" über alles bis ins letzte Detail diskutieren und von allen Seiten beleuchten. Wenn aber unmittelbar die eigene Existenz auf dem Spiel steht, wird automatisch alles andere völlig bedeutungslos. Denn von allen Reflexen/Trieben/Emotionen ist der Trieb der Selbsterhaltung der stärkste. Und irgendwann wird es auch der Dümmste kapieren, dass dem idiotischen Motor unserer (und aller) "modernen" Leistungsgesellschaft(en), nämlich Erfolg-durch-Expansion Grenzen gesetzt sind, nämlich im wahrsten Sinne des Wortes ganz irdische. Und statt uns in religiösen und/oder kulturellen Klein- oder gar Grosskriege zu verzetteln, sollten ALLE Menschen mal kapieren, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes im selben Boot sitzen und das nennt sich Erde. Und wer sich ein wenig mit Astronomie beschäftigt, der weiss wie filigran das Gleichgewicht der Erde und unseres Sonnensystems ist, das uns Leben überhaupt erst ermöglicht. Und es braucht verdammt viel um Leben zu ermöglichen. Aber in astronomischem Massstab gemessen, braucht es erschreckend wenig um selbiges zu unterbinden oder auszulöschen. Darum müssen wir Menschen langfristig zusammenhalten, als ein gemeinsames grosses Volk.

Das die Kilrathi nich mit "fairen" Mitteln spielen ist doch klar, erstens sind sie ja Raubtiere wie wir eigentlich auch, zwotens kennen sie keine Genfer oder Haager Konvention (an die sich ja onehin nur einige halten), drittens würde ich bezweifeln das in so einer Situation die Menschheit wie die Konförderation handeln würden.

Mal Wiki zitieren, da es dort treffend beschrieben wird (Auszug):

Im Gegensatz zum Vorgehen der Kilrathi, ganze Sternensysteme zu überfallen, deren Bevölkerung zu versklaven und für ihre Interessen auszubeuten, setzen die Terraner auf Koexistenz und Partnerschaften mit weniger entwickelten Gesellschaften.

Wie geschrieben haben die Menschen hier dazugelernt. Und wie angesprochen besteht die Konföderation nicht nur aus Menschen.

Warum ist es schlimm, das die Kilrathi die Menschen angreifen? Es ist ja immerhin eine logische Entscheidung, sie sind eine Bedrohung für die Katzen, genause wie die Katzen die Menschen bedrohen.

Eben nicht. Die Menschen waren grundsätzlich mal keine Bedrohung für die Kilrathi. Diese Bedrohung haben sich die Kilrathi ja erst selbst geschaffen. Wie gesagt, es spielt eine grosse Rolle wo man einsteigt. Dir fehlt schlicht die komplette Geschichte und damit der Grund die Kilrathi zu hassen.

An dieser Stelle das Wort "Hass" nochmal näher beleuchtet, da Arrow dies auch etwas missverstanden hat: In einer guten und glaubwürdigen Story - egal ob Film, Buch oder Spiel - mit ebenso glaubwürdigen Charakteren, mache ich gerne Rollenspiel. Das heisst ich identifiziere mich mit dem Charakter den ich spiele und ich versuche mich in dessen Lage zu versetzen. In Ermangelung eines Holodecks die einzige Möglichkeit z.B. mal einen Kampfpiloten zu spielen und wie ich finde, gar nicht mal die schlechteste, da man dazu Intelligenz und Phantasie bemühen muss. Ich habe übrigens eine ausgeprägte Flugangst. 😉 Aber das ist wie gesagt ein Spiel, nicht die Realität. In der Realität liebe ich Katzen in allen Formen und Grössen. Ich hatte früher immer einen Stubentiger, meist Freigänger.

Nunja, wenn ich es mir aussuchen müsste würde ich lieber vor der Nase eines Kilrathi- Asses aussteigen, anstatt vor der Nase eines Nephilim- Asses.

Hängt unmittelbar mit dem Zeitpunkt zusammen. Vor dem Einsatz der Temblor-Bombe wäre beides äusserst ungesund gewesen. Und Katzen sind dafür bekannt mit ihrem Opfer zu spielen und es zu quälen.

Die Kilrathi sind aufgrund ihrer Informationen, die für sie Verifiziert (Sivar) sind logisch vorgegangen, "lösche aus oder werde ausgelöscht". Würde man uns vor die Wahl stellen, lösche Religion X oder Nation Y, oder Alien Rasse Z aus, oder werde selbst ausgelöscht, würden wir selbst auch mit dem auslöschen anfangen.

Ich denke das dieser Punkt jetzt hinfällig ist. Siehe oben.

So wie die Menschen in den ersten drei Spielen als Opfer erscheinen.... in der vier zeigen sie mal wieder ihr wahres Gesicht, sie Prügeln sich untereinander wie die Kilrathi Clans.....

Nein, es ist eine kleine Gruppe verblendeter Fanatiker die schlicht versucht die ganze Konföderation in den Krieg zu treiben. Durch diese Minderheit kann man aber nicht die Menschen insgesamt und schon gar nicht die Konföderation beurteilen.

Renegade0147 schrieb:Nsja was "Angel" angeht finde ich kommt sie in WC1+2 wesentlich besser rüber wie in WC3. Da wirkt sie irgendwie unreif, wie ein Teenager - in WC1+2 hat sie flair und ist Erwachsen.

Allerdings. In WC1+2 wurde das Bild einer sehr taffen Frau aufgebaut. Durch die unglückliche Besetzung in WC3 wirkt sie eher wie ein Kadett der geradewegs von der Akademie kommt. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Tod von Angel ganz gezielt Emotionen wecken sollte, das war ja der Zweck der Aktion. 😉

Moinsen,

auch ich möchte mich nochmal recht herzlich für Wing Commander Saga bedanken. Zu Ostern war ich über das Release gestolpert und hatte dann damit ein wunderbares Osterwochenende. Das Spiel ist ganz, gang großes Kino.

Arrow schrieb:Wie soll denn ein interaktives Buch aussehen? Die deutschen Story-Kapitel werden übrigens noch als PDF nachgereicht.

Gibt es dafür schon einen Termin? Oder wenn schon geschehen wo?

Und weiß man, ob Mindcrusher das auch noch weiter vertont?

Willkommen an Bord Cunningham 😊

Das WCS Team freut sich mit Sicherheit über Deinen Beitrag, sie haben nur gerade viel um die Ohren. 😊

Cunningham schrieb:Gibt es dafür schon einen Termin? Oder wenn schon geschehen wo?

Das könnte Dir Arrow beantworten, da er für die Übersetzung zuständig ist. Ich helfe zwar beim Korrekturlesen, aber das ist Sache von Arrow auf die Fragen einzugehen.

Cunningham schrieb: Gibt es dafür schon einen Termin? Oder wenn schon geschehen wo?

Und weiß man, ob Mindcrusher das auch noch weiter vertont?

Einen Termin gibt es dafür noch nicht, aber es dauert nicht mehr lange. Übersetzt ist alles soweit, aber es muss noch ein wenig in ansprechende Form gebracht werden. Sobald es es soweit ist, wird es natürlich sofort bekanntgegeben!

Ich darf schon mal anmerken, es ist ein Vergnügen die Texte zu lesen. Diese könnten ohne weiteres direkt aus einem fiktiven "The Darkest Dawn" Roman stammen. 😊

Herrjeh, Luke, du schmeichelst mir und hängst die Erwartungs-Messlatte damit wahrscheinlich höher, als sie je gedacht war! 😊 Ich bin allerdings nicht der Autor! Dessen Name steht in den Credits...

Quatsch, die Texte sind gut. Da ich nur die übersetzten Texte kenne, kann ich auch nur diese beurteilen. Das es bei einer Übersetzung aber nicht nur auf die Übersetzung ankommt, sondern eben auch auf den Original Text, liegt in der Natur der Sache. Wenn der Original Text nichts taugen würde, dann kann auch die beste Übersetzung nicht mehr viel retten. Das hat mit Messlatte hochlegen nichts zu tun. 😉 Ausserdem, das war meine persönliche Meinung. Jeder kann, soll und wird sich seine eigene Meinung dazu bilden, wenn das ganze veröffentlicht ist.

Moinsen,

also den bereits übersetzten Texten im ich nenne es mal "Handbuch" nach, erlaube ich mir als langjähriger Hobbyautor da mal ein Urteil, sieht dass von den Texten inklusive Personenbeschreibungen und dem Interview schon ziemlich professionell aus. Viel weniger erwarte ich eigentlich bei einem Gimmick zu WC Saga auch gar nicht.

Servus

Cunningham schrieb:also den bereits übersetzten Texten im ich nenne es mal "Handbuch" nach, erlaube ich mir als langjähriger Hobbyautor da mal ein Urteil, sieht dass von den Texten inklusive Personenbeschreibungen und dem Interview schon ziemlich professionell aus.

Ich nehme an Du meinst das Prologue Manual? Ja, sehe ich genauso. Ich habe früher (hauptsächlich 90er) ebenfalls nebenberuflich als Autor (IT Fachbereich) gearbeitet.

Viel weniger erwarte ich eigentlich bei einem Gimmick zu WC Saga auch gar nicht.

Ja und das ist manchmal ein Problem, WCS hat schon eine verdammt hohe Qualität. Ich versuche z.B. meine WCS Tools oder anderes mindestens "gut" hinzubekommen, "perfekt" wäre mir aber noch lieber. Ich denke das gleiche Dilemma hat jeder der zu WCS etwas beitragen möchte. Vor allem wenn man sich selbst der schärfste Kritiker ist und nie wirklich 100% zufrieden mit der eigenen Arbeit ist. Es gibt immer etwas das man besser machen kann. Und es gibt immer jemand der eine noch bessere Idee hat. Die Kunst ist es, den Zeitpunkt bestimmen bzw. die Entscheidung treffen zu können, wann die eigene Arbeit als "fertig" gelten darf und den eigenen Ansprüchen soweit genügt, das man das auch am nächsten Tag noch so sieht. 😉

Luke schrieb:Servus

Ich nehme an Du meinst das Prologue Manual? Ja, sehe ich genauso. Ich habe früher (hauptsächlich 90er) ebenfalls nebenberuflich als Autor (IT Fachbereich) gearbeitet.

Ich denke das meine ich. Wie gesagt, ich bin nur ein Hobbyautor.

Ja und das ist manchmal ein Problem, WCS hat schon eine verdammt hohe Qualität. Ich versuche z.B. meine WCS Tools oder anderes mindestens "gut" hinzubekommen, "perfekt" wäre mir aber noch lieber. Ich denke das gleiche Dilemma hat jeder der zu WCS etwas beitragen möchte. Vor allem wenn man sich selbst der schärfste Kritiker ist und nie wirklich 100% zufrieden mit der eigenen Arbeit ist. Es gibt immer etwas das man besser machen kann. Und es gibt immer jemand der eine noch bessere Idee hat. Die Kunst ist es, den Zeitpunkt bestimmen bzw. die Entscheidung treffen zu können, wann die eigene Arbeit als "fertig" gelten darf und den eigenen Ansprüchen soweit genügt, das man das auch am nächsten Tag noch so sieht. 😉

Das sehe ich ähnlich, wurde doch der Masstab äußerst hoch gelegt. Sprich sollte es einen Epilog (hoffnungsvoll in Richtung der Crew blick 😉 ) geben, dürfte dass richtig schwer werden, vor allem den epischen Flair einzufangen, den WCS ja durch das Kriegsende gekommt vorweisen kann.

Ich denke das da aus der Modder Ecke noch das eine oder andere kommen wird. Sieht man ja z.b. an Aginors Kilrathi Projekt, übrigens ein WCS Team Member. 😉

Das Problem ist, talentierte Modder zu finden ist eine Herausforderung, aber noch nicht mal die grösste schätze ich. Viel anspruchsvoller dürfte es sein, die Leute zu koordinieren und bei der Stange zu halten und sich nicht zu verzetteln, sondern das Ziel im Auge zu behalten. Und das gilt um so mehr, je mehr Leute beteiligt sind. Auf der anderen Seite kann man nicht alles alleine machen. Man muss also eine kleine, schlagkräftige Truppe um sich sammeln die diszipliniert und zielstrebig zusammenarbeitet. Keine leichte Sache und sicher einer der Hauptgründe, warum es zwar viele Fan-Projekte gibt, aber nur sehr wenige davon wirklich gut sind und noch weniger davon sehr gut oder gar hervorragend. Man darf halt auch nie vergessen, die Leute machen das in ihrer Freizeit und das ist nicht immer leicht.

@ AresXVIII: Etwas verspätet möchte ich mal auf ein paar Punkte deines Kommentars eingehen, die ich einfach nicht unkommentiert stehen lassen kann. Es könnte jedoch etwas länger werden...

AresXVIII schrieb: Warum ist es schlimm, das die Kilrathi die Menschen angreifen? Es ist ja immerhin eine logische Entscheidung, sie sind eine Bedrohung für die Katzen, genause wie die Katzen die Menschen bedrohen.
Ist es etwa nicht schlimm, einen Angriffskrieg zu beginnen? Ist es etwa nicht schlimm, ohne jede Provokation, wiederholt Zivilisten massenhaft zu ermorden? So und nicht anders hat der Krieg zwischen Menschen und Kilrathi begonnen, nämlich mit der bewussten und vorsätzlichen Vernichtung von wehrlosen Zivilisten. Von einer "logischen Entscheidung" kann hier überhaupt keine Rede sein, von einer Bedrohung durch die Menschen schon gar nicht. Die Menschen haben versucht, einen friedlichen Erstkontakt herbeizuführen, da die Konföderation auf friedliche Koexistenz mit anderen Völkern setzte. Hier wurde niemand bedroht oder in seiner Existenz gefährdet. Es war ein einseitiger Akt der Barbarei, mit dem die Kilrathi in ihrer Geschichte (fast) jedem anderen Volk begegnet sind, da sie aufgrund ihrer aggressiven Ideologie andere Rassen nur unter sich, niemals aber neben sich dulden. Daraus wurde weder in den Spielen noch in den Romanen jemals ein Hehl gemacht - nie haben die Kilrathi eine Bedrohung durch eine andere Spezies als Kriegsgrund vorgeschoben. Allenfalls war ihr absolutistisches Weltbild "bedroht", nicht die ultimative dominante Rasse im Universum zu sein. Eine reelle Bedrohung bestand für sie jedoch nie. Schon gar nicht, durch die Konföderation, die, gemäß Captain Eisen in WC4, den Frieden länger bewahrt hat, als jede andere politische Institution der Menschheit zuvor. Die Kilrathi haben jede andere Kultur, der sie begegnet sind, stets mit Krieg überzogen und anschließend entweder versklavt oder letztlich ausgerottet. Der Menschheit wäre es genauso ergangen, nur hatten sich die Katzen in ihrem Glauben an eine weitere "Beutespezies" dieses Mal verkalkuliert. Durch ihre früheren Erfolge bei der Unterwerfung und beim Genozid anderer Völker hatte sich ihr Überlegenheits-Weltbild so sehr verfestigt, dass sie gar nicht auf den Gedanken gekommen sind, über die Menschen irgendwelche Informationen einzuholen, bevor sie gegen sie losschlugen. Es wurde, wie schon zuvor, einfach angegriffen, weil es zum einen in ihrer aggressiven Natur liegt, und zum anderen dem supremativen, erfolgsverwöhnten Dogma ihrer Kultur entspricht. Nein, die Kilrathi sind und waren keine Opfer. Sie sind brutale Serientäter, die ihre Opfer sogar verhöhnen, gerade weil sie ihnen eben zum Opfer gefallen sind. Erst bei den Menschen hat sich nach Jahrzehnten des Krieges dieses Bild in gewissen intellektuellen Kreisen (Baron Jukaga) ein wenig gewandelt, da die Menschheit als erste Spezies in der Lage war, den Kilrathi zu trotzen und ihrer Expansion Einhalt zu gebieten. In der offiziellen Kilrathi-Doktrin erscheinen die Menschen allerdings weiterhin als Beute, die es zu unterwerfen gilt. Auch wenn die Menschen im Krieg natürlich zu Greueltaten gegen ihre Feinde fähig sind, erscheinen sie in Wing Commander in erster Linie als angegriffene Opfer, die sich zur Wehr setzen und um ihr nacktes Überleben kämpfen müssen. Die schlimmsten Greueltaten gingen jedoch immer vonseiten der Kilrathi aus, was mich gleich zum nächsten Punkt bringt...
AresXVIII schrieb: Ich kann mich an keine Stelle erinnern an der die Kilrathi im Krieg nicht "sauber" arbeiten, sie vernichten, aber sie machen es schnell, effizient und zielstrebig (Biowaffe mit 100% Sterblichkeit, Rettungskapseln abschiessen, Bevölkerungszentren einfach terrorformieren) Ziel = bedingungslose Auslöschung.

Wie bitte? So eine Aussage kann ich mir nur dadurch erklären, dass du in Punkto Kilrathi-Krieg noch etwas im kanonisierten Lernstoff zurückliegst. Andere Aussagen lassen mich aber echt sprachlos zurück. Eine biologische Waffe, die Milliarden Menschen auf grausame Weise tötet, fällt bei dir also unter die Rubrik "schnell, effizient und zielstrebig"? Beißt sich die Tatsache, dass es hierbei größtenteils hilflose Zivilisten trifft, nicht ein wenig mit deiner vorherigen Aussage, die Kilrathi reagierten auf eine menschliche Bedrohung? Eine Biowaffe ist so ziemlich das Schlimmste, was man an Waffen gegen andere einsetzen kann, und noch nie hat solch eine Waffe "schnell" getötet. Du verharmlost das gerade total leichtsinnig, weil du meinst, dies sei wohl "effizient und zielstrebig", weil am Ende ein Planet von allen Menschen gesäubert ist. Es muss wohl daher weniger effizient sein, auf dem Planeten zu landen und alle Menschen einzeln hinzurichten, oder wie soll ich das verstehen? Nun, es ist wahrscheinlich wesentlich leichter für die Angreifer (kein zweites Repleetah), aber du schiebst ausgerechnet dieses Beispiel vor, um die Kriegsführung der Kilrathi von Brutalität freizusprechen. Das ist grotesk! Der Einsatz von Biowaffen ist das Widerlichste, das man in einem Krieg verbrechen kann, und dabei spielt es keine Rolle, ob die Waffe gegen Zivilbevölkerung oder gegen Militär eingesetzt wird. Der erstmalige Einsatz von Biowaffen durch die Kilrathi auf Locanda IV in WC3 war selbst nach 30 Jahren Krieg eine unerwartete Steigerung aller bisherigen Schrecken. Thrakhath hatte dieses Mittel keineswegs gewählt, um besonders "schnell und effizient" töten zu können, sondern, um den Menschen mit einem Akt der Grausamkeit einen "Denkzettel" (sic!) zu verpassen, sie also durch Furcht und Schrecken einzuschüchtern und in ihrer Kampfmoral zu schädigen.

"Schnell" haben die Kilrathi allenfalls im Raumkampf getötet, wenn alle Schiffe brav explodiert sind. Grausamkeiten haben sie aber immer wieder begangen, nämlich dann, wenn sie tatsächlich einmal Gefangene gemacht haben. Die wurden dann zu Tausenden (eher ein paar Nullen dranhängen) während ihrer Sivar-Rituale abgeschlachtet, oder aber als eingesammelte Piloten zum Spaß an der Freude zu Tode gefoltert. Siehe dazu Hawks Aussage gegenüber Casey in Prophecy. Auch hier wurden die Überreste anschließend den Menschen zur "Rettung" wieder in den Rettungskapseln überlassen, um sie einzuschüchtern. Nein, die Kilrathi sind gegenüber ihren fremdrassigen Feinden keine edlen Samurai, die schnell und effizient töten, weil ihnen ein falsch verstandener Darwin alle anderen Spezies als Bedrohung (ihres Lebensraums) darstellt. Sie sind brutale Völkermörder aus Überzeugung und kein Hollywood-Film könnte bessere Gegner entwerfen, wie Wing Commander es getan hat. So schlimm Blairs Abwurf der Templor-Bombe in WC3 moralisch auch gewesen sein mag, nicht minder tödlich war die Bedrohung der gesamten Menschheit in WC3.

AresXVIII schrieb:Nunja, wenn ich es mir aussuchen müsste würde ich lieber vor der Nase eines Kilrathi- Asses aussteigen, anstatt vor der Nase eines Nephilim- Asses.

Blair kam immerhin lebend aus seiner Nephilim-Gefangenschaft zurück, wenn auch durch Marines befreit und durch die Folter eine gewisse Zeit lang traumatisiert. Er hatte sich bis zum großen Finale immerhin wieder erholt und war einsatzbereit. Was ein Kilrathi-Ass mit ausgestiegenen Konfed-Piloten macht, durftest du dir in WC3 nach Beschreiten des Verliererpfades (Angel, Blair) anschauen. Der Roman ist sogar noch weniger zimperlich. Also ich würde mir diese Aussage nochmal durch den Kopf gehen lassen...

AresXVIII schrieb: Die Motive der Kilrathi sind für einen Menschen, der ähnlich denkt wie ich, verständlich (was noch lange nicht heisst das ich das Vorgehen der Katzen Gut heisse)

Genau, weil die Kilrathi ja immerhin "schnell, effizient und zielgerichtet" töten, nicht wahr?

AresXVIII schrieb: [...] die der Nephilim jedoch nicht.

Richtig, die töten ja nur zielgerichteter, effizienter und schneller, was?

AresXVIII schrieb: Die Kilrathi sind aufgrund ihrer Informationen, die für sie Verifiziert (Sivar) sind logisch vorgegangen, "lösche aus oder werde ausgelöscht". Würde man uns vor die Wahl stellen, lösche Religion X oder Nation Y, oder Alien Rasse Z aus, oder werde selbst ausgelöscht, würden wir selbst auch mit dem auslöschen anfangen.

Logisch ist daran überhaupt nichts, denn die Kilrathi sind niemals ernsthaft mit ihrer Auslöschung konfrontiert worden. Ein paar in Stein gemeißelte Legenden sind keine Rechtfertigung für Völkermord. Durch (halbwegs) friedliche Kooperation mit anderen Rassen hätten sie wesentlich mehr erreichen können, um ihren Titanen aus Urzeiten eines Tages im Kampf erfolgreich die Stirn zu bieten (falls es wirklich die Nephilim waren) als durch ewiges Abschlachten. Ihre Kultur hat es in Jahrhunderten einfach nicht geschafft, sich aus den Fängen ihrer Legenden zu lösen. Stattdessen mussten sie am Ende einsehen, dass zügellose Brutalität und Dekadenz (Melek) ihr Untergang war. Das ist nicht logisch, das nennt man "epic fail"! Und auch deinem letzten Satz stimme ich nicht zu. Es sind doch gerade Hass, Gewalt und Vernichtungswille, die eine Kultur letztendlich zum Untergang führen. Die Kilrathi haben einen hohen Preis dafür gezahlt. Die Menschheit hat nach über 30 Jahren des Krieges vom selben Becher gekostet und war danach wieder einmal so weit, über sich selbst herzufallen - mit ähnlichem Vernichtungswillen aus faschistischen Gründen. Darin sehe ich ja gerade eine Botschaft von Wing Commander: Jede Hassideologie, auch wenn sie unter dem Deckmantel der Wehrhaftigkeit (ständige Wachsamkeit) daherkommt, führt am Ende zum eigenen Untergang. Damit soll ja nichts gegen Wehrhaftigkeit ansich gesagt sein, doch die "Geister des Krieges" bringen am Ende eben (auch) immer das Schlimmste im Menschen hervor. Diesen Wahn konnte man schließlich an Admiral Tolwyn in WC4 verfolgen.

Arrow schrieb:Jede Hassideologie, auch wenn sie unter dem Deckmantel der Wehrhaftigkeit (ständige Wachsamkeit) daherkommt, führt am Ende zum eigenen Untergang. Damit soll ja nichts gegen Wehrhaftigkeit ansich gesagt sein, doch die "Geister des Krieges" bringen am Ende eben (auch) immer das Schlimmste im Menschen hervor. Diesen Wahn konnte man schließlich an Admiral Tolwyn in WC4 verfolgen.

Lässt sich auch wunderbar in unserer aktuellen realen Welt verfolgen. Und fast immer sind es Einzelne die viele oder gar ein ganzes Volk manipulieren und für ihre Zwecke schlicht missbrauchen. Wer als Einzelner denkt, man könne ja als Einzelner nichts ausrichten, der irrt gewaltig. Jeder Einzelne kann für sich Nachdenken und sich informieren. Wenn das alle oder zumindest sehr viele machen würden, hätten wir eine ganze Menge Probleme weniger und es wäre beileibe nicht so einfach, das Einzelne viele auf den falschen Weg treiben können. Eine in sich wirklich stabile Gesellschaft behält stets die Kontrolle über einzelne, ver(w)irrte Fanatiker. Nur eine in sich instabile und uninformierte Gesellschaft bietet den perfekten Nährboden für Ideologien die durch gezielten Einsatz von Angst und Hass manipulieren und schlussendlich für die Entmündigung des Einzelnen sorgen. Der Satz "Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit" gilt nicht etwa alleine für unsere politischen oder geistigen Führer oder gar unsere Soldaten die unsere Grenzen bewachen, sondern vor allem für uns, nämlich die vielen kleinen Einzelnen. Diese Wachsamkeit ist von mir nicht auf ein anderes Volk bezogen, sondern mehr auf das eigene und dessen politischen und geistigen Führer das und die man im Auge behalten sollte.

Das machte gerade WC4 sehr deutlich. In WC1-3 war für so etwas gar keine Zeit, da hatte die Menschheit schlicht um ihre nackte Existenz zu kämpfen.

Die Wachsamkeit gebietet es vor allem, nach Jahrzenten des Krieges nicht so zu werden wie der ehemalige Feind. Admiral Tolwyn hat sich in seinem Wahn, die Menschheit zu beschützen, darin verrannt, die eigene Spezies durch ständige Kriegsführung wehrhaft zu halten. Mit seiner Aussage und Überzeugung, dass nur die "Starken" überleben, ist er zum lupenreinen Sozialdarwinisten geworden. Indem er die "schwachen" Bevölkerungsgruppen der Menschheit aussondert und zum Abschuss freigibt (sofern er sie nicht gleich durch seine Gen-Biowaffe vernichtet), ist er letztlich ein Faschist geworden. Der Krieg hat ihn am Ende seine Menschlichkeit gekostet und zu dem gemacht, das er zuvor immer bekämpft hatte. Blair wird am Ende fragen: "Ist DAS der Preis der Freiheit?" Am Ende so zu werden wie der Feind. Darin liegt wohl der doppelte Sinn des Titels von WC4.

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