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Hallo Piloten!

Hab gerade nochmal das WC3-Review gelesen, und wollte mal fragen: Hattet Ihr Gewissensbisse beim Abwurf der Temblor-Bombe? Ich meine: Wir haben einen Planeten vernichtet! Milliarden Leben ausgelöscht!

Ich hab versucht mich zu erinnnern ob ich damals Gewissensbisse hatte. Ich weiss es nicht mehr genau, aber ich denke ich hatte sie zunächst nicht. Ich fand das ok, denn es war die einzige Möglichkeit, sie zu besiegen. Und das Volk hat ja überlebt, war ja nicht der einzige Kilrathi-Planet.

Aber dennoch: Wir haben ihre Heimat vernichtet. Einfach so. Zivilisten getötet. Frauen. Kinder.....

Im Nachhinein hatte der Sieg einen herben Beigeschmack.

Wie geht es Euch bei dem Gedanken?

mit nachdenklichem Gruß Aginor

Um mal Admiral Tolwyn aus der Wing Commander Adademy Zeichentrickserie zu zitieren:

The price of Victory is paid in lifes

Naja was ich damals gedacht ist, ist schade das das spiel vorbei is^^

Zweck muss Mittel rechtfertigen. Wir hatten das letzte Mittel genutzt und damit die Menschheit gerettet. Das ist der Preis der Freiheit.

Denkt an die Toten von Sirius, Warschau... die zerstörten Städte auf der Erde. Nein, Gewissensbisse hatte ich keine.

Ich hab mir oft überlegt ob wir uns damit nicht auf eine Stufe mit den "Monstern" gestellt haben.

Klar, wenn man an Vega IX oder Goddard denkt....

Ich weiss trotzdem nicht. Gut, ich meine ich hab nur Befehle befolgt, ich habe nicht die Verantwortung getragen. Aber wenn schon ein stolzer Krieger wie Melek vor mir kniet und kapituliert, ein Wort das in seiner Sprache nicht einmal existiert. Da sieht man wie hart man sie getroffen hat. Ihr Stolz ist gebrochen. Man hat ihnen das wichtigste genommen was sie hatten. Für immer.

Was die Kilrathi umgekehrt aber auch getan hätten. Gnadenlos und ohne mit der Wimper zu zucken.

Nein nein, ich bin da ganz bei Tolwyn (dem user).

Zweck muss Mittel rechtfertigen. Wir hatten das letzte Mittel genutzt und damit die Menschheit gerettet. Das ist der Preis der Freiheit.

Denkt an die Toten von Sirius, Warschau... die zerstörten Städte auf der Erde. Nein, Gewissensbisse hatte ich keine.

Damit eigtl. auch beim Tolwyn aus WC. 😉

Ok, ich scheine bisher tatsächlich der einzige EMO-Spinner zu sein, dem die Kilrathi tatsächlich Leid tun....  :sigh:

Ich meine: Ich hätte es auch getan, weil es der einzige Weg war. Aber ich persönlich wäre danach vermutlich aus der Armee ausgetreten und wäre Farmer geworden. Und hätte mich evtl auch jeden Tag vollaufen lassen von meiner Pension.

"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." -Nietzsche

Aginor schrieb: Hattet Ihr Gewissensbisse beim Abwurf der Temblor-Bombe?

Nö, die Kirathi sind ja die BÖSEN  :wtf:

Als ich gespielt hab...nee da hatte ich keine. Es war ein spiel und ich wollte gewinnen. Wenn ich Pixel zerspritzen sehe tut mir das überhaupt nicht weh, denn es sind Pixel. Allerdings bekomme ich schon ein sehr schlechtes gewissen wenn ich meine Katze anschnauze weil sie auf mein Bett gekotzt hat. (Sie ist ne langhaarkatze und die hab da so ein bis zwei mal im Jahr so eine verstopfung die sie auswürgt. Nicht schön aber eigentlich harmlos).

Wenn ich mir vorstelle ich wäre Blair und WC wäre real. Ich denke mir würde sich der Magen umdrehen, wenn ich vorher nicht schon abgestumpft wäre. Allein der Gedanke eine ganze Welt zu vernichten mit allem was darauf lebt. Das hat nichts mehr mit einem Krieg im dem Sinne zu tun das man etwas haben möchte was ein anderer hat oder man über jemanden bestimmen möchte. Das ist schlicht Massenmord. Auf der anderen Seite stimmt es. In der Situation war es die einzige Wahl die noch verblieben war und jeder wuste das die Kilrathi zu dem Zeitpunkt so einen Hass auf die Menschen hatten das ich wette das diese nicht nur die Erde sondern alles auf ihrem Weg dorthin ausgelöscht hätten. Das hatten sie ja quasi schon getan als sie nach dem Falschen-Frieden in richtung Erde aufgebrochen sind.

Fazit: Von der moralischen Seite her ist es nicht wirklich vertrettbar. Von der rein logischen Seite ist es ein muß gewesen.

Ich denke das einzige was die Menschen davon abhalten könnte zu Monstern zu werden ist was man danach tut. Gehen sie den Weg den die Kilrathi ihnen schon mal gezeigt haben und löschen alles aus was im Weg ist oder wenden sie sich den Kilrathi zu. Wie auch immer der Mensch-Kilrathi-Krieg war am ende doch mehr oder weniger eine Niederlage für beide Seiten. Die Kilrathi verlohren ihre Heimat und ihren Stolz/Lebenswillen. Die Menschen waren durch den Krieg so sehr geschwächt das sie Probleme hatten wieder ein normales Leben zu führen. Man siehe nur den Grenzweltenkonflikt. Krieg ist fast schon zur Gewohnheit geworden.

Aginor schrieb: Ich hab mir oft überlegt ob wir uns damit nicht auf eine Stufe mit den "Monstern" gestellt haben.

Klar, wenn man an Vega IX oder Goddard denkt....

Ich weiss trotzdem nicht. Gut, ich meine ich hab nur Befehle befolgt, ich habe nicht die Verantwortung getragen. Aber wenn schon ein stolzer Krieger wie Melek vor mir kniet und kapituliert, ein Wort das in seiner Sprache nicht einmal existiert. Da sieht man wie hart man sie getroffen hat. Ihr Stolz ist gebrochen. Man hat ihnen das wichtigste genommen was sie hatten. Für immer.

Ein sehr interessanter Punkt! Der Krieg verändert die Menschen und bei keinem (nicht ein Mal bei Chris Blair) war die Änderung so deutlich wie bei Admiral Geoffrey Tolwyn. Dabei können nicht einmal Tolwyns schärfste Kritiker verleugnen, dass seine brillante Verteidigung bei der großen Erd-Offensive Lord Thrakhaths ein zeitloses Beispiel für eine erfolgreiche Strategie in einer nahezu aussichtslosen Lage darstellt. Wäre Tolwyn in dieser Schlacht gestorben, würde man ihn heute als bedeutende historische Persönlichkeit verehren. Unglücklicherweise haben seine späteren Taten bewirkt, dass er nun für immer ehrlos ist. Und doch, statt ihn für seine grauenerregenden Taten zu verfluchen, soll er in unserer Erinnerung als der bleiben der er einmal war: als einer der größten Helden der Konföderation. Was auch immer er getan hat, er war ein großer Mann. Er hat so viel gesehen, so viel verstanden... Auf gewisse Weise war es typisch Tolwyn – über den Augenblick hinauszuschauen und die Chance für das größere Ziel zu ergreifen. Er vergaß nur, dass er es mit Menschen zu tun hatte.

(Geschrieben, als ob WC real wäre 😊)

@Tolwyn Irgendwie kommt mir der Artikel vertraut vor

Ansonsten gebe ich dem aber recht. Krieg verändert Menschen und das Tolwyn irgendwann auch abdreht war zwar schade aber nicht verwunderlich. Auch das mit Blair wurde durch das Konzept für WC X ja schon angedeutet. Die Bugs haben Blair ja zu sich geholt aufgrund der Tatsache das sie von der art wie er tötet fasziniert waren und er auch mehr oder weniger freiwillig wieder zu ihnen gegangen ist.

Für mich war Tolwyn durchaus eine tragische Gestalt. Er hat alles gegeben um die Menschheitt zu retten und hat dabei selbst seine Menschlichkeit verloren.

In der Tat. Wessen Veränderung ich aber auch interessant fand war die von Maniac. WC3 der übliche A**** In WC4 hingegen fing er schon leicht an sich zu verändern. In WC5 sehen wir ihn oder zumindest ist für mich bewust das erste mal, das er auch eine Seite hat die depremiert und niedergeschlagen sein kann. Das er sich sorgen über seine Flügelleute macht. Das fand ich schon eine gute Entwicklung für diesen Charakter.

gevatter Lars schrieb: @Tolwyn Irgendwie kommt mir der Artikel vertraut vor

Weil das der Auszug aus der Tolwynbiographie ist, welches ich vor einigen Jahren bei WingCenter gepostet habe 😊

gevatter Lars schrieb: In der Tat. Wessen Veränderung ich aber auch interessant fand war die von Maniac. WC3 der übliche A**** In WC4 hingegen fing er schon leicht an sich zu verändern. In WC5 sehen wir ihn oder zumindest ist für mich bewust das erste mal, das er auch eine Seite hat die depremiert und niedergeschlagen sein kann. Das er sich sorgen über seine Flügelleute macht. Das fand ich schon eine gute Entwicklung für diesen Charakter.

Ja, nach dem Tod von Vagabond war er nicht mehr der selbe. Da hat man es extrem gemerkt.

Das ganze Ende von WC3 ist eine Abwandlung vom Ende des Zweiten Weltkrieges gegen Japan. 😉 Besonders die Aufmachung der Kapitulation. Sie erinnerte mich stark an die in der Bucht von Japan 1945 auf dem Schlachtschiff USS Missouri. 😊

Gewissensbisse hatte ich keine. "Es ist ja nur ein Spiel". 😉

Wing Commander war schon immer 2. Weltkrieg im Weltraum 😁

Jop, so ist es. Ich fand die Ähnlichkeit zum WKII auch immer frappierend.

Das mit dem "nur ein Spiel"..... Tja, irgendwie bin ich doch etwas zu sehr "drin" in solchen Spielen...

Das nennt man Immersion 😊

Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber dann lebst Du nicht in der Realität. 😊

Catkiller schrieb: Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber dann lebst Du nicht in der Realität. 😊

Eigentlich ist es nur ein Anzeichen, dass das Spiel exzellent gemacht ist. Nur wenn eine interaktive virtuelle 3D Welt mehr zu sein scheint, als "nur ein Computerspiel", nur dann haben die Entwickler gute Arbeit abgeliefert. 😉

So was hatte ich zum Glück nicht. 😊

Catkiller schrieb: So was hatte ich zum Glück nicht. 😊

willst du damit sagen, dass das Spiel nicht immersiv ist?

Man sollte generell Immersion und die Unfähigkeit zwischen der realen Welt und dem Spiel zu unterscheiden.

Naja, so lange ich damit gespielt habe, war ich mitten drin, statt nur dabei.  😊

Geht mir genau so. In einem gutem Film wird man ja auch mitgerissen und hat gegebenfalls mitleid mit irgendwelchen Charakteren. Und so isses halt auch bei Win Commander 3. Is ja schon fast n Film^^ Hat demnach wenig mit Realitätsverlust zu tun 😁

*Schweiss von der Stirn wisch*

Puh....

Hatte schon befürchtet ich bin ein böser potenzieller Amokläufer und was weiss ich was  :lol:

Stimmt wenn ich bei einem Spiel das Gefühl hab mitten drin zu sein dann ist es wirklich gut. Allerdings sollte man dann auch wenn man das Spiel beendet, sich selber bewusst sein das es zu ende ist. Scheinbar fehlt einigen heutzutage diese Fähigkeit. Liegt vielleicht an mangelnder Realität ^_^ Oder um es mal wie meine Mutter auszudrücken:

Heute kann sich jedes Kind prügeln oder rumballern ohne jemanden weh zu tun. Früher sind die Kinder raus gegangen und haben sich geprügelt und wenn du da eines abbekommen hast wusstest du fortan "Das tut verdammt nochmal weh!"

Etwas überspitzt ausgedrückt aber gar nicht so verkehrt denke ich.

:yes:  :snipe:

Während des Spiels hatte ich keine Gewissensbisse (weil ist ja nur ein Spiel und ne olle Bombe abwerfen ist was anderes als im Egoshooter brutal zu morden). Wenn man sich es überlegt hätte ich vielleicht ähnlich wie Blair meinen Job gemacht und nachher Gewissensbisse gekriegt (wird nur in den Büchern ein wenig beschrieben). Moralisch gesehen mag die Tat abscheulich und abstoßend auf den ersten Blick sein, aber sie hat auf beiden Seiten Milliarden Leben gerettet. Wenn der Krieg weitergegangen wäre hätte die Konföderation verloren aber das hätte auch noch ein paar Wochen oder Monate gedauerte und wohl auf beiden Seiten viele Tote gefordert. Somit hatte die Bombe in gewisser Hinischt was gutes.

Ob WC eine Übertragung des 2. Weltkrieges in ein Zukunftsszenario ist, darüber könnte man trefflich streiten. Sicher, das Inselhopping ist dem nachempfunden, auch der Vergleich zwischen Temblor- und Atombombe ist sicherlich angebracht. Allerdings gibt es  da doch einenteressante Abweichungen.

Die USA waren nie ernstlich in Gefahr den Krieg gegen Japan oder Deutschland zu verlieren. Die deutsche Flotte war lächerlich klein (wenn auch qualitätsmäßig [teilweise] deutlich besser als die der RN oder USN) und zum Zeitpunkt des Kriegeintritts der USA eh schon halb weggeschossen. Auch war die amerikanische Industrie in der Lage die Verluste bei Pearl Habour relativ schnell wieder auszugleichen, zumal es den Japanern misslang die Flugzeugträger zu versenken.

Was will ich damit sagen? Nun hauptsächlich kommt es mir manchmal so vor, als würde Chris Roberts versuchen mit dem Ende von WC3 den Atombombenabwurf zu legitimieren. "Seht mal, so ging es uns damals auch. Hätten wir den Japanern nicht circa siebzigtausend Zivilisten durch die Bombe selbst und noch mal so viele durch die Nachwirkungen umgebracht, dann ginge es uns jetzt viel dreckiger." Und ja, in dieser Hinsicht habe ich dann Gewissensbisse, weil ich weiß, dass das ungefähr so wahr ist, wie das der Mond aus Käse besteht. Muss er ja, gelb ist er und Löcher hat er auch.

Es gab sogar ein sehr interessantes Review von WC3 (glaube PC Games, bin aber wirklich net sicher, könnt PowerPlay gewesen sein) die genau dieses kritisiert haben, dass dieses Ende eben einen sehr negativen Beigeschmack habe.

Als fan sehe ich es so... echt beschissenes Storydesign, unverantwortlich und obendrein doof, da Wc2 und Bücher einen viel gelungeneren Storypart erarbeiteten. Schon in WC Academy in 2654 wird klar, dass viele der Klans gegen Thrakhath und seinen Großvater sind, in wc2 gibt es offene Rebellion einiger Kollonien und auch Hobbes ist ja offensichtlich bereit überzulaufen um zu stoppen was da passiert.

Von den Kolonien um Ghorah Khar wird jedoch in WC3 nie mehr geredet, auch die Klans sind plötzlich völlig egal. Nein, Hobbes wird kurzerhand zum Verräter gemacht, was storytechnisch schon totaler Humbug ist, und statt eines Storyabschlusses der schlicht Thrakhath und den Imperator los wird (was storytechnisch sogar zigmal vorbereitet wird, in WC3 Buch wird sogar noch öfter ein Kilrathi zitiert der sagt, wenn noch ein paar Rückschläge kommen gibts offene Rebellion. UNd dass genau das nach dem Misslungenen Angriff auf die Erde sogar schon fast passiert wäre, weswegen nicht sofort ein neuer Angriff kam.. die Kiranka brauchten erstmal die reste der Flotte um sich selbst abzusichern damit nicht die anderen Klans mit ihren Flotten kurzen Prozess machen. Vor diesem Hintergrund nicht nur die zwei Abzusetzen und mit den anderen Klans, die die Terraner schon lange als Jäger und nicht beutespezies akzeptiert haben und eher die Kiranka loswerden wollen, sondern ganz Kilrah und obendrein Hobbes zu töten... das ist echt ne sauerei gewesen, auch wenn ich das erst später so gesehen habe.

Aus Fan-sicht aufs Universum ohne den Real Life background... ja aus der Sicht von Blair wars die letzte Möglichkeit.. der neue angriff auf die Erde stand unmittelbar bevor, wenn man WC3 verliert verteidigt man ja die Erde und verliert. So gesehen war es aus seiner Sicht wohl zu rechtfertigen und keinesfalls vergleichbar mit dem 2. Weltkrieg, denn hier ging es nicht um die verkürzung eines schon gewonnenen Krieges sondern um die letzte Chance die Auslöschung der menschlichen Spezies zu verhindern (schon einige Wochen nach Kriegsbeginn hatte der Imperator der Kilrathi die Auslöschung der menschen befohlen). Es war unmoralisch aber die letzte Chance zum überleben. Blair hatte später auch genug daran zu kauen und wurde Alkoholiker nach dem Krieg und deswegen auch von Rachel verlassen. Erst duch WC4 und die Veränderungen zum guten die er dort bewirken konnte und die neue Pflicht die ihm Half vom Alkohol los zu kommen gings ihm wieder gut und Paladin tat gut darin ihn in weitere Verantwortung zu bringen und ihn nicht wieder in den ruhestand zu entlassen wo er weiter hätte grübeln können. Genau diese Fähigkeit.. trotz Gewissenbissen zu töten faszinierte ja später die Nephilim so an ihm.

Also aus in-game universe sicht vertretbar wenn auch unschön. Aus Real life story design sicht unter aller sau und wie gesagt Blöd. Ein scheiß Nachfolger der noch mehr Storychancen vergibt als Matrix 3.

Ich hatte keine Gewissensbisse und wenn ich mich an damals erinnere, dann glaube ich, daß es an der nahtlosen Abfolge der Ereignisse liegt. Die Behemoth gerade eben verloren, Tolwyn mehr niedergeschlagen als wütend, weil er die Menschheit kurz vor dem Aussterben sieht und dann taucht auf einmal der gute alte Bekannte Paladin auf und hat einen Plan, nach dem wir doch nicht sterben müssen. Man macht sich während des Waffentestes nicht klar, welche Folgen diese Zerstörung für einen bewohnten Planeten hat, außerdem wird Kilrah immer schon als eine sehr zerstörte und öde Welt dargestellt, die sich in der Spielervorstellung nicht wesentlich von dem unbewohnten unterscheiden muß, auf dem der Test stattfindet. Sobald es ernst wird, ist alles beherrscht von der Spannung, von Vorbereitungsstation zu Vorbereitungsstation, immer getarnt immer auf Paladins nächstes Puzzlestückchen wartend, das sind alles Dinge, die den Kopf so ausfüllen, daß man das Gewissen gut ignorieren kann. Ich würde es als ein gutes Beispiel von Indoktrination sehen, bei mir hat es jedenfalls funktioniert.

Ich hatte deutlich mehr Gewissensbisse, als ich Vagabond in WC IV abschießen musste. Vagabond kannte man ziemlich gut, aber die Kilrathi auf dem Planeten hatte man nie kennengelernt, außer den Kaiser des Imperiums... um den war es mir aber nicht schade.

Als ich WC3 das erste und auch alle anderen Male durchgespielt hatte, hatte ich keine Gewissensbisse, wenn man sich aber diesen Beitrag und die dazu abgegebenen Meinungen durchliest kommt einen schon so mancher Gedanke auf. Aber es ist ein Spiel und die Story reißt einen mit.

Ich denke gerade dieses "es reist einen mit" ist ja auch was in der realen Welt passiert, wenn mehr oder weniger "charakterstarke" Personen sich hinstellen und zur Rebellion/Krieg/was-auch-immer aufrufen und die Leute ihnen folgen.

Ansonsten stimme ich zu. WC ist ein Spiel das man nicht ganz so ernst nehmen muß. Auf die Frage ob ich soetwas in einem Spiel verteufeln würde, wie Gewalt in Spielen momentan mal wieder angeprangert wird, nein. Es ist die Story, es ist fiktiv und niemand kommt dabei zu schaden. Ob es richtig wäre, was man im Spiel tut, wenn es real wäre. Mh, ich würde sagen Jaein. Der Gedanke einen ganzen Planeten weg zu pusten und damit auch milliarden von Zivilisten zu töten ist eigentlich nicht vertretbar, wäre da nicht die andere Seite das die Menschheit entweder komplett ausgelöscht oder versklavt werden würde, wenn sie es nicht getan hätten.

In den Romanen spiegelt es sich ja auch wieder das Blair gewissensbisse hat und das es im nach der zerstörung von Kilrah gar nicht gut geht. Es ist also genau dieser Fall das er von den Entwicklungen mitgerissen wurde aber eigentlich gar nicht richtig mit dem einverstanden ist was er getan hat. Schade finde ich das dieser Punkt im Spiel nie richtig aufgegriffen wurde sondern nur in den Romanen am rande erwähnt wurde. Es hätte dem charakter von Blair eine weitere interessante Seite gegeben. Allerdings war es damals in Spielen nicht üblich dinge zu hinterfragen, sondern man war der strahlende Held. Naja man muß auch bedenken für welche Altersgruppe die Spiele sind. Ich bin mir nicht sicher ob ich in dem alter als ich WC3/4 gespielt hab mir so etwas richtig bewust gewesen wäre. Auf der anderen Seite wäre es quasi vielleicht auch gut gewesen Kindern klar zu machen "Krieg ist nicht immer nur spassig" Ich meine wie viele "Kriegsspiele" habt ihr gespielt in denen es nicht um den Spaß am spielen ging sondern euch zu zeigen wie dreckig Krieg wirklich ist. Mir fällt so spontan keines ein.

gevatter Lars schrieb: In den Romanen spiegelt es sich ja auch wieder das Blair gewissensbisse hat und das es im nach der zerstörung von Kilrah gar nicht gut geht. Es ist also genau dieser Fall das er von den Entwicklungen mitgerissen wurde aber eigentlich gar nicht richtig mit dem einverstanden ist was er getan hat. Schade finde ich das dieser Punkt im Spiel nie richtig aufgegriffen wurde sondern nur in den Romanen am rande erwähnt wurde. Es hätte dem charakter von Blair eine weitere interessante Seite gegeben.

Das stimmt allerdings. Im Roman ist Blair regelrecht ein Wrack. Ehe mit Rachel gescheitert, latente Trinksucht und seiner Farm geht es auch nicht besonders gut. Wie gerne hätte ich im Spiel einige der Romanszenen mit Blair als Feuchtfarmer gesehen. Ist ja auch nicht so, dass Mark Hamill noch keinen gespielt hätte. "Sorry, Maniac. Würde ja zu gerne wieder für die Konföderation fliegen, aber ich wollte doch nachher noch zur Toshee-Station, einige Energiekonverter abholen..."  😁

Gewissensbisse?

Absolut nicht! Schließlich würden es die Kilrathi nicht anders machen... sieht man ja schön in einem der schlechten Enden. Dort latschen die Katzen sogar unsere Schädel kaputt 😉

Es war die einzige Möglichkeit weiterhin zu überleben. Kilrah war aufgrund seiner Struktur und der Kultur der Kilrathi eben ein einfaches Ziel und daher auch die Schwachstelle die man ausnutzen musste. Wäre ihre gesamte Kultur anders gewesen, hätte man mit solchen Methoden gar nichts bewirkt und hätte sich eben andere teuflische Waffen ausgedacht.

Davon abgesehen, war die Konföderation zu diesem Zeitpunkt zahlenmäßig einfach nicht mehr in der Lage, den Krieg mit konventionellen Mitteln zu gewinnen. Dafür waren die Verluste in der Schlacht um die Erde zu groß. Da hätte Origin/EA keine glaubwürdige Kriegslist aus dem Hut zaubern können. Wir erfahren ja auch im Spiel, dass andere Möglichkeiten schon versucht wurden. Wurde nicht angedeutet, dass Angels Kommandounternehmen auf Kilrah auch den Zweck hatte, den Imperator auszuschalten? Gebracht hätte das allerdings nichts, denn Thrakhath wäre sofort an seine Stelle getreten. Hätte man ihn auch erledigt, wäre vielleicht ein neuer Bürgerkrieg um den Thron ausgebrochen. Das hätte der Konföderation möglicherweise wertvolle Zeit verschafft, aber ob sie im Rüstungswettlauf wieder hätte aufschließen können, ist fraglich.

Die Konföderation wusste jedenfalls genau, was sie erwarten würde. Die Kilrathi hatten nicht erst seit Locanda mit dem Vernichtungskrieg begonnen, siehe die Schlacht um die Erde. Mit dem Bau der Behemoth wurde ja genau deshalb, vermutlich nach der Erdschlacht, begonnen. Da stand schon fest, dass man mit dieser Waffe gegen Kilrah losziehen wollte, zumindest als Ultima Ratio. Die Waffe wurde auch verfrüht ins Spiel gebracht, weil der Krieg für die Konföderierten schon längst ein Abnutzungskrieg war, der letztlich verloren worden wäre. Nach der Vernichtung der Behemoth setze man eben mit der Templor-Bombe erneut alles auf eine Karte und Blair war als größtes Topass der Raumstreitkräfte der geeignete Kandidat für diesen Drecksjob. Eine gewisse Parallele zur Hiroshima-Bombe ist da durchaus vorhanden, obwohl das Kräfteverhältnis genau umgekehrt war. Ich glaube, Origin/EA waren sich der moralischen Fragwürdigkeit bewusst und haben sich alle Mühe gegeben, den Einsatz der Bombe strategisch als letzte Möglichkeit hinzustellen. Als Spieler hatte ich jedenfalls keine Gewissensbisse, gerade weil der Einsatz eigentlich furchtbar langweilig und unspektakulär war. Ich war nur überrascht, dass Melek Blair am Ende nicht einfach abgemurkst hat. Er hätte ja immerhin Blutrache für den Tod seines Lehnsherrn Thrakhath üben können. Zum Glück war er wohl doch kein verbissener Hardliner und die Konföderation hatte ihren Helden.

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